Der Fangornwald
Der Fangornwald ist ein uralter Wald am südlichen Ende des Nebelgebirges – der Ostzipfel jenes riesigen Urwaldes, der einst ganz Eriador bedeckte. Benannt ist er nach seinem ältesten Bewohner, dem Ent Fangorn, besser bekannt als Baumbart. Anders als der berüchtigte Düsterwald ist der Fangornwald selbst nicht von Natur aus böse – sein Ruf als gefährlicher Ort beruht vor allem auf Unwissenheit und alten Geschichten, die sich die Völker Mittelerdes erzählen.
Der Fangornwald im Überblick
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Lage | Südliches Ende des Nebelgebirges, an der Grenze zu Rohan |
| Namensgeber | Der Ent Fangorn (Baumbart) |
| Flüsse | Limklar (Norden), Onodló/Entwasser (Süden) |
| Bewohner | Ents und Huorns |
| Besonderheit | Überrest des großen Urwaldes, der einst ganz Eriador bis Beleriand bedeckte |
| Ruf | Gilt bei Menschen und anderen Völkern als gefährlich – zu Unrecht, da von den Ents beschützt |
Drei Wälder, die oft verwechselt werden
Bei Tolkien gibt es mehrere bekannte Wälder, die in Suchanfragen häufig durcheinandergebracht werden – dabei sind es drei völlig unterschiedliche Orte:
| Wald | Lage | Bewohner |
|---|---|---|
| Fangornwald | Südliches Nebelgebirge, Grenze zu Rohan | Ents und Huorns unter Baumbart |
| Alter Wald | Östlich des Auenlandes | Der Alte Weidenmann, Tom Bombadil in der Nähe |
| Düsterwald | Nördliches Rhovanion | Waldelben unter Thranduil, Riesenspinnen |
Interessant: Sowohl der Fangornwald als auch der Alte Wald sind laut Tolkien Überreste desselben gewaltigen Urwaldes, der einst ganz Eriador bedeckte – geografisch aber weit voneinander getrennt und mit völlig unterschiedlichen Bewohnern.
Herkunft und Namensgebung
Der Fangornwald erhielt seinen Namen von Fangorn, dem ältesten noch lebenden Ent, der um das Jahr 1300 des Zweiten Zeitalters mit vielen anderen Ents und Entfrauen in dieses Gebiet kam. Die Samen des Waldes wurden einst von Yavanna selbst gesät – jede Pflanze, jeder Wasserlauf, jeder Stein in seinen Grenzen gilt als etwas Einzigartiges. Von den Ents bewacht, gepflegt und behütet, nisteten sich – anders als im Düsterwald – keine bösartigen Kreaturen im Fangorn ein.
Ein zu Unrecht gefürchteter Ort
Viele Völker Mittelerdes erzählen sich düstere Geschichten über den Fangornwald, ohne ihn je betreten zu haben. Ein Gespräch zwischen Celeborn und Boromir in Lothlórien zeigt dieses Vorurteil deutlich:
„Freilich haben wir in Minas Tirith von Fangorn gehört,“ sagte Boromir, „doch was mir zu Ohren gekommen ist, scheinen mir zumeist Märchen zu sein, wie sie die alten Weiber den Kindern erzählen.“ — Der Herr der Ringe, Die Gefährten, Buch II, Kapitel „Der Spiegel der Galadriel“
Als Legolas, Gimli und Aragorn den Wald schließlich selbst betreten, erleben sie ihn ganz anders als erwartet:
„Er ist alt, uralt“, sagte der Elb. „So alt, dass ich mich fast wieder jung fühle, so jung wie noch nie, seit ich mit Jugendlichen wie euch unterwegs bin. Alt ist er und voller Erinnerungen. Glücklich wäre ich gewesen, in Tagen des Friedens hierherzukommen.“ — Der Herr der Ringe, Die zwei Türme, Buch III, Kapitel „Baumbart“
Der Fangornwald im Ringkrieg
Als Merry und Pippin auf ihrer Flucht vor den Uruk-hai in den Fangornwald gelangten, trafen sie dort auf Baumbart. Ihre Schilderung von Sarumans rücksichtsloser Abholzung an den Rändern des Waldes bewegte die Ents dazu, ihre jahrhundertelange Zurückhaltung aufzugeben und beim „Letzten Marsch der Ents“ gegen Isengart zu ziehen. Während des Ringkriegs erlitt der Fangornwald selbst dadurch erheblichen Schaden.
Häufig gestellte Fragen zum Fangornwald
Ist der Fangornwald dasselbe wie der Düsterwald?
Nein. Beide sind unterschiedliche Wälder an verschiedenen Orten Mittelerdes: Der Fangornwald liegt am Nebelgebirge und wird von Ents bewohnt, der Düsterwald liegt weiter nordöstlich und ist die Heimat der Waldelben unter Thranduil.
Ist der Fangornwald dasselbe wie der Alte Wald?
Nein, auch wenn beide laut Tolkien Überreste desselben gewaltigen Urwaldes sind, der einst ganz Eriador bedeckte. Der Alte Wald liegt östlich des Auenlandes und ist Heimat des Alten Weidenmanns, der Fangornwald liegt weit entfernt am Nebelgebirge.
Warum wird der Fangornwald gefürchtet?
Vor allem wegen alter Geschichten und Gerüchte, die sich Menschen erzählen, die den Wald nie selbst betreten haben. Tatsächlich ist er von den Ents gut behütet und – anders als etwa der Düsterwald – frei von bösartigen Kreaturen.
Wer lebt im Fangornwald?
Ents und Huorns, angeführt vom ältesten Ent Baumbart (Fangorn), nach dem der Wald benannt ist. → Mehr dazu: Ents und Huorns – Die Hüter der Olvar
Welche Rolle spielte der Fangornwald im Ringkrieg?
Merry und Pippin fanden dort nach ihrer Flucht Zuflucht bei Baumbart, dessen Bericht über Sarumans Waldrodungen die Ents zum „Letzten Marsch der Ents“ gegen Isengart bewegte. → Mehr dazu: Isengart und der Orthanc – Sarumans Festung
Buchquellen
- Der Herr der Ringe, Die Gefährten, Buch II, Kapitel „Der Spiegel der Galadriel“
- Der Herr der Ringe, Die zwei Türme, Buch III, Kapitel „Baumbart“
- Nachrichten aus Mittelerde, Teil III, Ergänzungen zu Ents und Fangorn