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Ents sind die Baumhirten Mittelerdes – uralte, baumähnliche Wesen, die von der Valië Yavanna geschaffen wurden, um die Pflanzenwelt (die Olvar) zu beschützen. Huorns sind eng verwandt, aber keine eigene Rasse: Es sind entweder „baumisch“ gewordene Ents oder erwachte, wandelnde Bäume – gefährlicher und weniger sanftmütig als die eigentlichen Ents. Bekanntester Vertreter beider Gruppen ist Baumbart (Fangorn), der die Ents im Ringkrieg zum Marsch auf Isengart führte.

Ents und Huorns im Überblick

 EntsHuorns
UrsprungVon Yavanna erdachte Baumhirten, erwacht im Zeitalter der Sterne„Baumisch“ gewordene Ents oder erwachte, wandelnde Bäume
Sindarin-NameOnodrim / Enyd (Einzahl: Onod)
AussehenCa. 4 m groß, dicke Haut, 3–9 Finger/Zehen je nach BaumartBaumähnlicher, weniger klar geformt
WesenSanft, bedächtig, sprechen mehrere Sprachen (bevorzugt Quenya)Kaum ansprechbar, oft misstrauisch bis feindselig
Bekanntester VertreterBaumbart (Fangorn)Der Alte Weidenmann
Rolle im RingkriegZerstörung Isengarts („Letzter Marsch der Ents“)Vernichtung der fliehenden Ork-Heere bei Helms Klamm

Bedeutung, Name und Entstehung

Das Wort Ent bedeutet im Altenglischen „Riese“. Im Sindarin heißen die Ents Onodrim oder Enyd (Einzahl: Onod). Sie erwachten im Zeitalter der Sterne, noch vor dem Aufgang von Sonne und Mond, etwa zeitgleich mit den Erstgeborenen (Elben) und den Zwergen.

Ihre Erschaffung geht auf die Valië Yavanna zurück: Als sie erfuhr, dass Aulë die Zwerge erschaffen hatte, sorgte sie sich um ihre eigenen Geschöpfe, die Pflanzen (Olvar), die sich – anders als Tiere – nicht selbst wehren konnten. Auf ihre Bitte hin ließ Ilúvatar zeitgleich mit dem Erwachen der Elben auch Yavannas Gedanken erwachen: die Ents, die Hirten des Waldes.

Beschreibung der Ents

Ents waren gut doppelt mannshoch (ca. 4 Meter), mit dicker, fester Haut und kaum sichtbaren Gelenken – wirkten dadurch steif, konnten sich bei Bedarf aber überraschend schnell bewegen. Durch ihre Verwandtschaft mit einzelnen Baumarten unterschieden sie sich stark in Größe, Farbe und Anzahl der Finger und Zehen (drei bis neun). Als Nahrung diente ihnen der Enttrunk, ein nahrhaftes, schwach alkoholisches Getränk, das in den Enthäusern in großen Kübeln aufbewahrt wurde.

Ents waren nicht unsterblich, konnten aber sehr alt werden – einer der ältesten war Baumbart (Fangorn). Sie liebten Gesang und Dichtkunst und lernten in jungen Jahren die „Alten Listen“ auswendig, ein Gedicht über alle Lebewesen Ardas. Ihre eigene Sprache, das Entisch, bestand aus fein abgestuften, sehr langgezogenen Lauten – ein einziges Entwort konnte so lang sein wie eine ganze Ballade. Weil ihr Denken sich über sehr lange Zeiträume erstreckte, taten sie grundsätzlich nichts „hastig“.

Die Entfrauen – warum es kaum noch Ent-Nachwuchs gibt

Zu Beginn des Zeitalters der Sonne entfremdeten sich Ents und Entfrauen: Während die Ents in den Wäldern blieben, um die großen Bäume zu schützen, fanden die Entfrauen Gefallen an niederen Pflanzen – Büschen, Blumen, Kräutern und Getreide. Sie zogen in die Lande südlich des Grünwalds (später die „Braunen Lande“) und lehrten dort den Menschen Garten- und Ackerbau. Männliche Ents bekamen die Menschen nie zu Gesicht.

Nach der Zerstörung ihrer Gärten durch Sauron am Ende des Zweiten Zeitalters verschwanden die Entfrauen spurlos. Die Ents suchten sie über Zeitalter hinweg vergeblich in ganz Mittelerde – ohne Erfolg. Weil dadurch keine Entings (Ent-Kinder) mehr heranwuchsen, wurde das Volk der Ents immer kleiner. Der Herr der Ringe hält jedoch eine Weissagung fest: Ents und Entfrauen sollen sich eines Tages wiederfinden, wenn alles, was die Baumhirten je besaßen, verloren ist (Die zwei Türme, Kap. „Baumbart“).

Baumbart (Fangorn)

Baumbart war der Wächter des Fangorn-Waldes und einer der ältesten – wenn nicht der älteste – Ent auf Arda, der vom Zeitalter der Sterne bis ins Vierte Zeitalter lebte. Sein Name bedeutet auf SindarinFangorn“. Sein Rumpf war rau wie Eichen- oder Buchenrinde, seine Hände hatten sieben knorrige Finger, sein Bart wirkte wie verfilztes Moos.

Pippin beschrieb seinen ersten Eindruck von Baumbarts Augen so:

„Man hatte das Gefühl, als ob ein gewaltiger Brunnenschacht hinter ihnen lag, angefüllt mit den Erinnerungen einer unendlich langen Zeit.“ — Der Herr der Ringe, Die zwei Türme, S. 73

Die Huorns

Über den genauen Ursprung der Huorns ist nichts überliefert. Sie waren entweder „entisch“ gewordene Bäume oder „baumisch“ gewordene Ents – die Grenze zwischen beiden Gruppen war fließend. Manche konnten sprechen, taten dies aber nur selten und nur gegenüber Elben oder Ents. Sie schützten die Bäume in ihrer Umgebung vor Orks und Zwergen, die Brennholz schlagen wollten – wer einmal in der Nähe eines Huorns Bäume fällte, kehrte kein zweites Mal zurück.

Der Alte Weidenmann

Der bekannteste Huorn war der Alte Weidenmann im Alten Wald östlich des Auenlandes. Sein Einfluss ließ Wanderwege verschwinden und Reisende sich verirren. Er schläferte Merry und Pippin ein und hielt sie gefangen, bis Tom Bombadil – einer der ältesten Maiar – ihn mit seinen Liedern besänftigte und die Hobbits befreite. Tolkien beschreibt ihn im Buch so:

„… sein Herz war schlecht, aber seine Kraft war ungebrochen; und er war hinterhältig und ein Herr der Winde.“ — Der Herr der Ringe, Die Gefährten, S. 165

Ents und Huorns im Ringkrieg

Als Saruman sich Sauron unterwarf und begann, die Bäume um Isengart für seine Kriegsmaschinerie zu fällen, brach die einstige Freundschaft zwischen ihm und den Ents ab. Erst als die Hobbits Merry und Pippin in den Fangorn-Wald gelangten und Baumbart von den Geschehnissen berichteten, berief dieser einen Entthing (eine Ent-Versammlung) ein. Nach drei Bedenktagen – Ents tun nichts „hastig“ – marschierten die Ents beim sogenannten Letzten Marsch der Ents auf Isengart und zerstörten die Festung bis auf den Orthanc-Turm vollständig.

Anschließend zogen die Huorns auf Bitten Gandalfs des Weißen nach Helms Klamm und vernichteten dort die fliehenden Orkheere Sarumans restlos. Zum Abschied nahm Baumbart die Hobbits Merry und Pippin in die „Alten Listen“ der Ents auf – seither gehören auch sie zu den in diesem Gedicht verzeichneten Völkern Mittelerdes.

Häufig gestellte Fragen zu Ents und Huorns

Was ist der Unterschied zwischen Ents und Huorns?

Ents sind die ursprünglichen, von Yavanna erdachten Baumhirten. Huorns sind entweder „baumisch“ gewordene Ents oder erwachte, wandelnde Bäume – sie gelten als weniger sanft und schwerer ansprechbar als die eigentlichen Ents.

Wie heißen die sprechenden Bäume aus Der Herr der Ringe?

Die sprechenden, baumhirtenartigen Wesen heißen Ents (Sindarin: Onodrim). Bekanntester Vertreter ist Baumbart. Ihnen verwandt, aber gefährlicher, sind die Huorns, zu denen auch der Alte Weidenmann zählt.

Wie alt ist Baumbart?

Tolkien nennt kein genaues Alter. Fest steht: Baumbart lebte vom Zeitalter der Sterne – also vor dem Erwachen der Elben – bis ins Vierte Zeitalter und gilt damit als einer der ältesten, wenn nicht der älteste lebende Ent Mittelerdes.

Was sind Entfrauen?

Die Entfrauen entfremdeten sich früh von den Ents, weil sie sich niederen Pflanzen wie Blumen und Getreide zuwandten statt den großen Bäumen. Nach der Zerstörung ihrer Gärten durch Sauron verschwanden sie spurlos; die Ents fanden sie nie wieder.

Wer ist der Alte Weidenmann?

Der Alte Weidenmann ist ein Huorn im Alten Wald östlich des Auenlandes, der Merry und Pippin gefangen nahm, bevor Tom Bombadil ihn besänftigte und die Hobbits befreite.

Welche Rolle spielten die Ents im Ringkrieg?

Die Ents zerstörten beim „Letzten Marsch der Ents“ die Festung Isengart als Vergeltung für Sarumans Waldrodungen. Die Huorns vernichteten anschließend die bei Helms Klamm fliehenden Orkheere.

Sind Ents unsterblich?

Nein. Ents sind nicht unsterblich, können aber sehr alt werden – Baumbart etwa lebte über mehrere Zeitalter Mittelerdes hinweg.

Buchquellen

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