Inhaltsverzeichnis

A Hobbit Dwelling © John Howe
A Hobbit Dwelling © John Howe

Der Herr der Ringe (The Lord of the Rings) von J.R.R. Tolkien ist eines der meistgelesenen Bücher des 20. Jahrhunderts und das Grundlagenwerk der modernen Fantasy-Literatur. Es erschien 1954/55 in drei Teilen und erzählt die Geschichte des Hobbits Frodo Beutlin, der den mächtigsten und gefährlichsten Ring der Geschichte vernichten muss – bevor sein Erschaffer Sauron ihn zurückfordern und ganz Mittelerde unterwerfen kann.

Kurze Zusammenfassung – Worum geht es in Herr der Ringe?

Fakten auf einen Blick

EigenschaftAngabe
TitelDer Herr der Ringe (The Lord of the Rings)
AutorJ.R.R. Tolkien
Erscheinungsjahre29. Juli 1954 (Teil I), 11. November 1954 (Teil II), 20. Oktober 1955 (Teil III)
Erschienen beiAllen & Unwin, London
Deutsche Erstausgabe1969/70, Klett-Cotta (Übers. Margaret Carroux)
Umfangca. 1.200 Seiten (je nach Ausgabe)
TeileI: Die Gefährten · II: Die Zwei Türme · III: Die Rückkehr des Königs
Bücher6 Bücher (je 2 pro Teil) + umfangreiche Anhänge
HandlungszeitRingkrieg: September 3018 – Mitte 3021 des Dritten Zeitalters
HandlungsortMittelerde – Auenland, Bruchtal, Rohan, Gondor, Mordor u.a.
HauptfigurFrodo Beutlin, Hobbit aus dem Auenland
AntagonistSauron, der Dunkle Herr von Mordor
SprachenEnglisch (Original) · Deutsch u.v.m. (Übersetzungen in über 60 Sprachen)

Hintergrund und Entstehung

Wie entstand Der Herr der Ringe?

J.R.R. Tolkien begann Der Herr der Ringe Ende 1937 auf Drängen seines Verlegers Allen & Unwin, nachdem Der Hobbit sofort ein Erfolg gewesen war. Der Verleger bat um eine Fortsetzung. Was folgte, war eine über 12-jährige Arbeit – unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg, akademische Verpflichtungen und Tolkiens Perfektionismus.

Tolkien schrieb das Buch in seiner Freizeit und las neue Kapitel bei den Inklings, seiner Oxforder Literatenrunde mit C.S. Lewis, vor. Lewis‘ Begeisterung war wesentlich dafür, dass Tolkien nicht aufgab. In mehreren Briefen an seinen Sohn Christopher, der als Pilot in der Royal Air Force diente, schickte er Kapitel und erhielt Rückmeldung.

Das fertige Manuskript lag 1949 vor. Tolkien bestand auf einer gleichzeitigen Veröffentlichung mit dem Silmarillion – dem Hintergrundwerk seiner Mythologie. Der Verlag lehnte ab. Der Herr der Ringe erschien schließlich allein, in drei Teilen, von 1954 bis 1955.

Die erste deutsche Übersetzung erschien 1969/70 bei Klett-Cotta. Tolkien lobte die Arbeit von Übersetzerin Margaret Carroux als eine der besten Übersetzungen seines Werkes.

Was bedeutet der Titel „Der Herr der Ringe“?

Tolkien selbst bezeichnete den Titel als irreführend – er klingt nach dem Helden des Buches, meint aber in Wirklichkeit den Bösewicht: „Der Herr der Ringe“ ist Sauron, der Erschaffer des Einen Rings und Herrscher über alle anderen Ringe der Macht.

Company Attempts the Pass of Caradhras © Ted Nasmith
Company Attempts the Pass of Caradhras © Ted Nasmith

Teil I: Die Gefährten – Zusammenfassung

Ein lang erwartetes Fest – Bilbos Abschied

Der Herr der Ringe beginnt am 22. September 3001 D.Z. mit Bilbo Beutlins 111. Geburtstagsfest in Hobbingen. Bilbo – der seit seiner Reise zum Einsamen Berg (der Geschichte des Hobbit) den Einen Ring besitzt, ohne seine wahre Natur zu kennen – plant seinen Abschied vom Auenland. Nach einem langen Streit gibt er den Ring auf Drängen Gandalfs an seinen Neffen Frodo ab.

Siebzehn Jahre vergehen. Dann kehrt Gandalf zurück und eröffnet Frodo die erschreckende Wahrheit: Das goldene Ringlein ist der Eine Ring – das mächtigste Werkzeug Saurons, des Dunklen Herrschers von Mordor. In die Innenwand des Rings sind die Worte eingraviert: „Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden“. Sauron hat erfahren, dass der Ring im Auenland ist. Seine Schwarzen Reiter, die Nazgûl, sind bereits unterwegs.

Die Flucht aus dem Auenland

Frodo bricht auf – mit seinem Gärtner Sam, der das Gespräch zwischen Gandalf und Frodo belauscht hatte, und seinen Freunden Pippin und Merry. Die Reise führt sie durch den Alten Wald, wo sie Tom Bombadil begegnen – dem rätselhaften, singenden Waldmeister, auf den der Ring keine Macht hat. Auf den Hügelgräberhöhen geraten die Hobbits in die Gewalt eines Grabunholdes, aus der Tom sie befreit.

In Bree treffen sie auf den Waldläufer Streicher – in Wahrheit Aragorn, der Erbe des Throns von Gondor. Die Nazgûl greifen auf dem Wetterhornpass an; Frodo wird vom Hauptmann der Ringgeister mit einer Morgulklinge verwundet. Nur die Hilfe des Elbenfürsten Glorfindel und das Wasser der Bruinenfurt retten ihn.

Teil II: Die Zwei Türme – Zusammenfassung

Zwei Schauplätze, zwei Erzählstränge

Die Zwei Türme erzählt parallel zwei Handlungsstränge:

No Way Down © Ted Nasmith
No Way Down © Ted Nasmith

Strang A: Aragorn, Legolas und Gimli verfolgen Merry und Pippin, die von Sarumans Uruk-hai nach Isengart verschleppt wurden. Auf ihrer Jagd treffen sie auf Éomer und die Rohirrim, auf Gandalfder als Gandalf der Weiße zurückgekehrt ist – und auf König Théoden von Rohan, den Gandalf von Sarumans Einfluss befreit. Es kommt zur Schlacht um Helms Klamm, bei der Sarumans Uruk-hai-Armee von den vereinten Kräften Rohans und den herbeieilenden Ents vernichtet wird. Merry und Pippin haben inzwischen Baumbart und die Ents dazu gebracht, Isengart zu zerstören.

Pursuit in Rohan © Ted Nasmith
Pursuit in Rohan © Ted Nasmith

Strang B: Frodo und Sam folgen Gollum – dem früheren Ringträger Sméagol – als Führer durch die Emyn Muil und die Toten Moore nach Mordor. Gollum will den Ring zurück und plant Verrat, doch vorerst führt er die Hobbits. Frodo, Sam und Gollum werden in Ithilien von Faramir (Boromirs Bruder) aufgegriffen. Faramir erfährt von der Natur des Rings – und lässt die Hobbits frei, ohne den Ring anzurühren. Gollum führt sie schließlich auf den Pass Cirith Ungol – wo die riesige Spinne Kankra lauert.

Teil III: Die Rückkehr des Königs – Zusammenfassung

Gandalf Rides to Minas Tirith © Ted Nasmith
Gandalf Rides to Minas Tirith © Ted Nasmith

Der Krieg um Mittelerde

Aragorn offenbart seine wahre Identität und führt die Graue Schar durch die Pfade der Toten, um das Heer der verfluchten Toten in die Pflicht zu nehmen. Mit diesem Heer nimmt er die Korsarenflotte und erscheint in letzter Minute auf den Pelennorfeldern vor Minas Tirith.

Die Belagerung von Minas Tirith ist der Höhepunkt des Krieges. Der Hexenkönig tötet König Théodens Pferd und besiegt den alten König. Er kann jedoch durch keines lebenden Mannes Hand fallen – und wird stattdessen von Éowyn (einer Frau) und Merry (einem Hobbit) erschlagen. Faramir überlebt seinen tödlich scheinenden Zustand dank Aragorns Heilerhände.

Die Vernichtung des Rings

Frodo und Sam durchqueren Mordor erschöpft und fast besinnungslos. Am Schicksalsberg versagt Frodo im entscheidenden Moment: Er beansprucht den Ring für sich. In diesem Augenblick beißt Gollum – der den Hobbits heimlich gefolgt war – Frodo den Finger mit dem Ring ab. Im Jubel taumelt Gollum mit dem Ring in die Lava des Schicksalsberges.

Der Eine Ring wird vernichtet. Saurons Macht bricht augenblicklich zusammen. Barad-dûr stürzt in sich zusammen, die Nazgûl verbrennen, das Heer der Dunkelheit flieht.

Frodo und Sam werden von den Adlern gerettet und auf dem Feld von Cormallen gefeiert. Aragorns Krönung als König Elessar vollendet das Ende des Dritten Zeitalters. Er heiratet Arwen Undómiel, die Tochter Elronds.

The End of the Age © Ted Nasmith
The End of the Age © Ted Nasmith

Das Ende – Heimkehr und Abschied

Die Hobbits kehren ins Auenland zurück – nur um es verwüstet vorzufinden. Saruman hat es besetzt und tyranisiert. Die vier Hobbits befreien es in der „Reinigung des Auenlandes“. Saruman stirbt durch Grimas Hand, Grima durch Hobbit-Pfeile.

Frodo erkennt, dass er – durch die Wunde der Morgulklinge und den langen Ringbesitz – in Mittelerde keine vollständige Heilung mehr finden kann. Am 29. September 3021 D.Z. verlässt er gemeinsam mit Gandalf, Bilbo, Galadriel und Elrond Mittelerde von den Grauen Anfurten. Sam kehrt nach Hause zu Rosie und seinen Kindern zurück – und spricht den letzten Satz des Buches:

„Nun, da wär‘ ich wieder.“ — Der Herr der Ringe, Buch VI, Kapitel 9 „Die Grauen Anfurten

Die wichtigsten Figuren im Überblick

Figur Beschreibung
Frodo Beutlin Hobbit; Ringträger; Protagonist der Geschichte
Samweis Gamdschie Frodos Gärtner und treuester Freund; der eigentliche Held
Gandalf Zauberer (Maia); stirbt in Moria als Gandalf der Graue, kehrt zurück als Gandalf der Weiße
Aragorn Mensch; Erbe Isildurs; wird König von Gondor und Arnor
Sauron Der Dunkle Herr; Erschaffer des Einen Rings; unsichtbare Hauptbedrohung
Saruman Zauberer; Verräter; Nebenantagonist
Legolas Elb; Sohn Thranduils; Gefährte
Gimli Zwerg; Sohn Glóins; Gefährte
Boromir Mensch aus Gondor; Gefährte; fällt dem Ring zum Opfer
Gollum Ehemaliger Hobbit (Sméagol); ex-Ringträger; führt zur Vernichtung des Rings
Arwen Elbin; Aragorns Geliebte; opfert ihre Unsterblichkeit

Weiterführende Seiten


Häufige Fragen zum Herrn der Ringe

Worum geht es in Herr der Ringe?

Der Herr der Ringe handelt vom Hobbit Frodo Beutlin, der den mächtigsten aller Ringe – den Einen Ring des Dunklen Herrschers Sauron – vernichten muss. Er bricht mit acht Gefährten von Bruchtal nach Mordor auf, wo der Ring erschaffen wurde und nur dort zerstört werden kann. Auf dem Weg kämpfen die Freien Völker Mittelerdes um ihr Überleben gegen Saurons Armeen.

Die Ringe der Macht – Was ist der Eine Ring?

Was ist der erste Teil von Herr der Ringe?

Der erste Teil heißt Die Gefährten (The Fellowship of the Ring) und erschien am 29. Juli 1954. Er umfasst Buch I und II: Frodos Aufbruch aus dem Auenland, den Rat von Elrond, die Bildung der Gemeinschaft, den Durchzug durch Moria und Gandalfs Fall sowie Frodos Entscheidung, allein nach Mordor zu ziehen.

Stirbt Gandalf in Herr der Ringe 1?

Gandalf fällt in Teil I (Die Gefährten) auf der Brücke von Khazad-dûm in Moria: Er stellt sich dem Balrog und stürzt mit ihm in die Tiefe. Er ist nicht dauerhaft tot. Als Maia – ein unsterbliches Geistwesen – kehrt er in Teil II zurück, als Gandalf der Weiße, mit erneuerter und gestärkter Kraft. Er hatte seinen ursprünglichen Auftrag noch nicht erfüllt und wurde zurückgesandt.

Gandalf – Sein Tod und seine Rückkehr ausführlich erklärt

Wer ist der Herr der Ringe?

Der Titel bezeichnet nicht den Helden, sondern den Bösewicht: Sauron, der Dunkle Herrscher. Er ist der Erschaffer des Einen Rings und der Herrscher über alle anderen Ringe der Macht. Tolkien selbst wies darauf hin, dass der Titel irreführend klingt.

Sauron – Herr der Ringe, Dunkler Herrscher

Wann spielt Der Herr der Ringe?

Der Herr der Ringe spielt im Dritten Zeitalter Mittelerdes. Die Haupthandlung – der Ringkrieg – findet zwischen September 3018 D.Z. und Oktober 3021 D.Z. statt. Das Buch beginnt mit Bilbos Abschiedsfest am 22. September 3001 D.Z. Mittelerde ist Tolkiens mythologisierte Erde in einer erdachten Vorzeit.

Wann erschien Der Herr der Ringe?

Der erste Teil (Die Gefährten) erschien am 29. Juli 1954 bei Allen & Unwin in London. Teil II (Die Zwei Türme) folgte am 11. November 1954, Teil III (Die Rückkehr des Königs) am 20. Oktober 1955. Die deutsche Erstübersetzung erschien 1969/70 bei Klett-Cotta.

Wie viele Teile hat Der Herr der Ringe?

Der Herr der Ringe besteht aus drei Teilen mit insgesamt sechs Büchern und umfangreichen Anhängen. Tolkien hatte ursprünglich nur ein Buch geplant; der Verlag teilte es aus Kostengründen in drei Bände auf.

Was hat Der Herr der Ringe mit dem Hobbit zu tun?

Der Hobbit (1937) ist eine Vorgeschichte: Er erzählt, wie Bilbo Beutlin den Einen Ring bei einer Reise zum Einsamen Berg findet, ohne seine wahre Natur zu kennen. Der Herr der Ringe setzt 60 Jahre später an und dreht sich um die Folgen dieses Fundes. Bilbos Neffe Frodo ist die Hauptfigur, und Gimlis Vater Glóin war einer der dreizehn Zwerge im Hobbit.

Inhaltsangabe – Der Hobbit

Was ist der Hintergrund von Herr der Ringe?

Tolkien arbeitete jahrzehntelang an einer umfassenden Mythologie für England – dem späteren Silmarillion. Der Herr der Ringe ist das Hauptwerk, das diese Mythologie für ein breites Publikum zugänglich macht. Die Geschichte spielt in Tolkiens Mittelerde – das er als mythologisierte Erde in einer erdachten Vorzeit konzipierte, nicht als andere Welt. Geografische und kulturelle Parallelen zu Europa sind bewusst: Das Auenland entspricht grob dem ländlichen England, Gondor dem Mittelmeerraum.

Was ist die Bedeutung des Einen Rings?

Der Eine Ring ist das Werkzeug der absoluten Macht: Wer ihn trägt, kann unsichtbar werden, aber der Ring korrumpiert den Träger langsam und bindet seinen Willen an Sauron. Tolkien verwendete den Ring als Symbol für die Versuchung der Macht – die Idee, dass das Gute durch Böses erreicht werden könnte. Frodos Auftrag ist nicht nur eine Reise, sondern ein moralisches Beispiel: Die Macht wird vernichtet, nicht übernommen.

Die Ringe der Macht – vollständige Geschichte


Alle Inhalte dieser Seite basieren ausschließlich auf J.R.R. Tolkiens Büchern – „Der Herr der Ringe“ (1954/55) und den veröffentlichten Briefen. Sinngemäße Wiedergaben aus dem Englischen sind als solche gekennzeichnet. Filmadaptionen wurden nicht als Quellen herangezogen.