Inhaltsverzeichnis

Galadriels Namen und Ursprung

Sie stammte aus den edelsten Häusern von Aman und war mit den drei Lichtelbenvölkern verwandt: Ihr Vater war Finarfin von den Noldor, ihre Großmutter Indis von den Vanyar, ihre Mutter Earwen, die Tochter des Teleri-Fürsten Olwe von Alqualondë. Von ihren Brüdern stand ihr Finrod am nächsten.

Von ihrem Vater erhielt sie den Namen Artanis (Edle Frau), von Ihrer Mutter den Namen Nerwen (Mann-Mädchen). Sie lernte lesen und schreiben, was bei den Elben Einiges bedeutete, denn ihre Schrift war, wenn richtig gebraucht, schicksalsträchtig; außerdem war sie sehr groß und nahm es als Athletin mit den Männern auf.

Bilder von Galadriel

 

Auftreten und Charakter

Galadriel war von unglaublicher Schönheit. Ihr Haar war berühmt, weil es golden und silbern zugleich schimmerte. Gimli war nicht der erste, der auf die Idee kam, sie um eine Strähne davon zu bitten.

Sie war die Herrin des Waldes von Lórien, der Frodo den Herrscherring geben wollte. Sie war eine Seherin und wusste auch ohne den Ring bereits, was aus ihr werden würde, wenn sie den Ring an sich nehmen würde; nämlich eine dunkle Königin, schön und entsetzlich wie Sturm und Blitz:

‚Und ich werde nicht dunkel sein, sondern schön und entsetzlich wie der Morgen und die Nacht!
Schön wie das Meer und die Sonne und der Schnee auf dem Gebirge!
Grausam wie der Sturm und der Blitz! Stärker als die Grundfesten der Erde.
Alle werden mich lieben und verzweifeln!‘

Der Herr der Ringe, Zweites Buch, Siebentes Kapitel, Galadriels Spiegel

Ihre Macht bestand nicht in gewöhnlicher Telepathie oder Hellsicht. Sie vermochte anderen „ins Herz zu blicken“, d.h. auch diejenigen Absichten darin zu erkennen, die im Kopf noch lange nicht fertig waren.

Galadriels wohltätige Macht in Lórien bekundete sich in den Blumen und Bäumen, die sie dort wachsen ließ. Dies waren Elanor und Niphredil, vor allem aber die gewaltigen Mallorn-Bäume, die nirgendwo anders in Mittelerde wuchsen, bis Sam Gamdschie einen davon auf der Festwiese von Hobbingen pflanzte. Die Samen hatte ihr Gil-galad gegeben, weil sie in Lindon nicht gediehen; Gil-galad hatte sie von seinem Freund Aldarion aus Númenor bekommen.

Galadriels Geschichte

Beim Aufbruch der Noldor aus dem verdunkelten Valinor zog sie mit der zweiten, von Fingolfin angeführten Schar, die über die Helcaraxe nach Mittelerde gelangte. Sie missbilligte Fëanors Empörung, teilte aber sein Verlangen, aus dem engen Paradies von Valinor in die unbewachten Länder zu entkommen und dort nach eigenem Gutdünken zu leben. Obwohl unbeteiligt an dem Sippenmord von Alqualondë wurde sie durch Mandos‘ Spruch mitverurteilt.

Lange wohnte sie in Menegroth, wo sie sich mit Celeborn vermählte und die Freundschaft der Königin Melian gewann. Die Kriege gegen Morgoth hielt sie für aussichtslos, wenn die Noldor dabei auf sich allein gestellt blieben; deshalb ging sie, schon bevor Nargothrond und Gondolin gefallen waren, in die Länder östlich der Ered Luin, um Hilfe von den Nandor-Völkern zu erbitten.

Im Zweiten Zeitalter schlug sie die von den Valar angebotene Verzeihung aus und blieb in Mittelerde.

Um das Jahr 700 Z.Z. half sie, das Noldor-Reich von Eregion zu begründen. Als Saurons Einfluss sich dort bemerkbar machte, ging sie mit ihrem Gefolge durch die Stollen von Moria nach Laurelindórinan (Lórien), wo sie die verstreut lebenden Waldelben dazu bewog, sich zu sammeln und zur Verteidigung ihres Landes bereit zu machen. Dorthin brachte ihr Celebrimbor vor seinem Ende den Weißen Ring Nenya, den Ring des Wassers, mit dessen Kraft sie die Verwüstungen der Zeit von Lórien fernhalten konnte.

Im Dritten Zeitalter wanderte sie weit in Mittelerde umher, meistens zusammen mit Celeborn, und kehrte immer wieder zu den Waldelbenvölkern im Osten zurück. Nach Amroths Tod (1981 D.Z.) ließ sie sich mit Celeborn wieder in Lórien nieder, um die Reste der Galadhrim vor der Vernichtung zu bewahren.

Alle Elbenvölker neigten zur Isolation schon unter Elben, viel mehr noch gegenüber den Menschen und Zwergen. Aber Galadriel drang darauf, ihre Kräfte gegen den gemeinsamen Feind zu vereinen. Sie war es, die zuerst den Weißen Rat einberief (2463 D.Z.) und gemeinsam mit Gandalf zu einem schnellen Vorgehen gegen die Macht in Dol Guldur riet.

Nach der Vernichtung des Herrscherrings und dem Einsturz von Barad-dûr erlosch auch die Macht der drei Elbenringe, und Galadriel begann die Ermüdung und den Überdruss der Jahre zu spüren. Immerhin hatte sie noch die Kraft, die Mauern von Dol Guldur niederzulegen; dann besuchte sie die Krönung und Hochzeit König Elessars mit ihrer Enkelin Arwen.

Zwei Jahre später ritt sie aus Lórien fort und bestieg an den Grauen Anfurten zusammen mit Gandalf, Elrond, Frodo und Bilbo das Schiff nach Valinor.

Ähnliche Themen: