Tauche ein in die Welt von Mittelerde

Inhaltsverzeichnis

Hobbits sind ein kleines, friedliebendes Volk mit behaarten Füßen, das im Auenland lebt – dem westlichsten bewohnten Teil Mittelerdes. In den großen Erzählungen der Welt spielten sie lange keine Rolle: Gondor und Rohan kannten sie kaum dem Namen nach, und selbst Gandalf ließ Jahrzehnte zwischen seinen Besuchen vergehen. Und doch sind es Hobbits – Bilbo Beutlin, Frodo Beutlin, Samweis Gamdschie, Meriadoc Brandybock und Peregrin Tuk –, die im Ringkrieg die entscheidende Wendung herbeiführen.


Überblick

  
Größeca. 90–120 cm (etwa halb so groß wie ein Mensch)
Lebensspannebis ca. 100 Jahre; ab 33 Jahren „volljährig“
HeimatDas Auenland (besiedelt ab 1601 DZ)
SpracheWestron (früher: Hobbitisch)
Drei StämmeHaarfüße, Falbhäute, Starren
HerkunftWahrscheinlich ein Zweig des Menschengeschlechts
Eigenname für sich selbstkeine feste Eigenbezeichnung; andere nennen sie Halblinge (Sindarin: Periannath)
Bekannteste VertreterBilbo Beutlin, Frodo Beutlin, Sam Gamdschie, Gollum (Sméagol)
HauptquellenDer Herr der Ringe, Prolog; Der Hobbit, Kap. 1; HdR, Anhang F

Tolkiens Beschreibung: Was sind Hobbits?

Tolkien selbst hat im Prolog des Herrn der Ringe die ausführlichste Beschreibung der Hobbits hinterlassen:

Hobbits sind ein ausnehmend altes Volk, das schon vor langer Zeit zahlreicher war als heutzutage; denn sie lieben Frieden und Stille und gut bestelltes Land: ein gut bestelltes und gut bewirtschaftetes Landgut in der Bergeshöhe, und keine Maschinen, die gefährlicher sind als ein Blasebälge, eine Wassermühle oder ein handgesponnener Webstuhl, obwohl sie mit Werkzeug umzugehen verstehen. Auch waren sie einst keine Freunde von Enten oder Drachen oder anderen phantastischen Wesen; Überraschungen und Abenteuer beunruhigten sie und galten ihnen als Unannehmlichkeiten.

Der Herr der Ringe, Prolog: „Von den Hobbits“ (sinngemäß)

Äußerlich sind Hobbits etwa halb so groß wie ein erwachsener Mensch – kleiner als Zwerge, obwohl diese Zwerge kleiner sind als Menschen. Ihre markantesten Merkmale sind ihre großen, behaarten, ledrigen Füße, die kein Schuhwerk benötigen, sowie ihr Hang zur Behäbigkeit im Bauch – ein Zeichen ihres Wohlstands, den sie zu schätzen wussten.


Herkunft und Geschichte der Hobbits

Ursprung: Verwandte der Menschen

Die Herkunft der Hobbits liegt im Dunkeln – selbst Tolkiens Gelehrte in Mittelerde wissen es nicht genau. Der wahrscheinlichste Schluss aus dem, was überliefert ist: Hobbits sind ein früh abgespaltener Zweig des Menschengeschlechts, der lange Zeit im Norden Mittelerdes lebte, am Oberlauf des Anduin zwischen dem Nebelgebirge und dem späteren Düsterwald.

Die ersten schriftlichen Erwähnungen der Hobbits in Mittelerdes Chroniken stammen aus dem Jahr 1050 DZ. Zu diesem Zeitpunkt lebten drei verschiedene Hobbitstämme noch gemeinsam – bis eine böse Macht in den Grünwald einzudringen begann, der fortan Düsterwald hieß. Die Hobbits zogen weiter nach Westen.

Die drei Stämme

StammMerkmaleVerbreitung
HaarfüßeKleinster, häufigster Stamm; dunkles Fell auf den Füßen; befreundet mit ZwergenHäufigster Stamm im Auenland
FalbhäuteKräftiger, hellhäutiger; hatten engen Kontakt zu Menschen und lebten lange in GrenzbereichenBesiedelten Bockland
StarrenGrößter und eigenwilligster Stamm; pflegten Freundschaft mit Elben; begehrt für Reisen und AbenteuerFamilie Tuk; Große Smials

Das Auenland

Im Jahr 1601 DZ erhielten die Brüder Marcho und Blanco, Falbhäute, vom arnoranischen König Argeleb II. das Recht, westlich des Brandywein zu siedeln. Dort gründeten die Hobbits das Auenland – ein friedliches, fruchtbares Land, das sie mit feinem Gespür für Ordnung, Essen und Pfeifenkraut gestalteten.

Das Auenland gliederte sich in vier Landschaften (Westfarthing, Ostfarthing, Northfarthing, Southfarthing) sowie das halbunabhängige Bockland jenseits des Brandywein. Verwaltungsmittelpunkt war Michelbinge.

Der Hobbit-Kalender (Auenlandrechnung) begann mit dem Jahr der Besiedelung (1601 DZ = Jahr 1 AZ). Tolkien gibt in Anhang D des Herrn der Ringe eine vollständige Beschreibung des Auenlandkalenders.


Aussehen und Charakter

Körperliche Merkmale

Hobbits sind etwa 90–120 cm groß – in Tolkiens Worten: „etwa halb so groß wie wir“. Sie haben große, breite Füße mit dichtem, kraushaarigem Fell auf den Zehenrücken – und deshalb kein Schuhwerk. Ihr Haar ist typischerweise dunkel und lockig; ihre Gesichter gutmütig und rund. Sie neigen zur Beleibtheit, was sie selbst als Zeichen von Wohlbefinden schätzen.

Sie altern deutlich langsamer als Menschen; mit 33 Jahren gelten sie als erwachsen (im Vergleich zu 21 Jahren beim Menschen). Das höchste je bezeugte Hobbit-Alter war das von Gerontius Tuk, dem „Alten Tuk“, der 130 Jahre alt wurde. Bilbo Beutlin überlebte ihn dank des Ringes mit 131 Jahren – allerdings auf übernatürliche Weise.

Charakter und Lebensweise

Sie liebten Bücher, die alte Dinge und neue Erzählungen enthielten; und sie liebten Landkarten. […] Und sie liebten Feste, Geschenke, Gesellschaft und das Feiern von Geburtstagen mehr als alles andere.

Der Herr der Ringe, Prolog: „Von den Hobbits“ (sinngemäß)

Hobbits essen bis zu sechs Mahlzeiten am Tag, wenn die Umstände es erlauben: Frühstück, zweites Frühstück, Elftes-Stündchen, Mittagessen, Nachmittagstee, Abendessen und Souper. Das Rauchen von Pfeifenkraut – von den Hobbits Unkrautblätter oder einfach Pfeifenweed genannt – ist eine ihrer beliebtesten Beschäftigungen.

Sie pflegen ausgeprägte Familientraditionen, ausführliche Genealogien und eine tiefe Abneigung gegen alles Ungewöhnliche.


Politik und Gesellschaft

Das Auenland hat keine eigentliche Regierung im traditionellen Sinne. Die dem nächsten Kommende Institution ist der Auenlandrat, dessen Vorsitz das Oberhaupt der Familie Tuk trägt – der Thain. In Notzeiten hat der Thain absolute Befehlsgewalt. Im Alltag ist er vor allem Zeremonienmeister.

Das zweite offizielle Amt ist der Bürgermeister von Michelbinge, der alle sieben Jahre gewählt wird. Sein Hauptamt besteht im Vorsitz bei Festlichkeiten. Kriminalität ist im Auenland praktisch unbekannt; die Landbüttel – die Hobbit-Entsprechung einer Polizei – hatten vor allem leichte Ordnungsaufgaben.


Sprache und Name

Die Hobbits hatten ursprünglich eine eigene Sprache (Hobbitisch), die früh vom gebräuchlichen Westron verdrängt wurde. Aus dem Hobbitischen blieben einzelne Wörter und Eigennamen erhalten – die Wochentage etwa wurden lange in hobbitischer Form verwendet. Das Westron der Hobbits schliff sich mit der Zeit zu einem eigenwilligen Dialekt ab.

BezeichnungSpracheBedeutung
HobbitWestron (Hobbits selbst)Mögliche Ableitung von holbytla (Lochhöhler)
PeriannathSindarin„Halblinge“
HalflingsWestron allgemeinHalblinge
KudukRohirrim-SpracheHalblinge

Bekannteste Hobbits Mittelerdes

NameBekannt für
Bilbo BeutlinFand den Einen Ring; Hauptfigur des Hobbit
Frodo BeutlinRingträger im Ringkrieg; trug den Ring nach Mordor
Sam GamdschieFrodos treuer Begleiter; später Bürgermeister des Auenlandes
Meriadoc Brandybock (Merry)Schlug dem Hexenkönig sein Schwert ins Bein
Peregrin Tuk (Pippin)Stieg zum Hauptmann der Turmwache Gondors auf
Gollum (Sméagol)Fand den Ring; trug ihn 500 Jahre; zerstörte ihn ungewollt
Gerontius TukÄltester bekannter Hobbit (130 Jahre)

Bilbo Beutlin – Hobbit, Ringfinder und Held des AuenlandesSam (Samweis Gamdschie) – Frodos treuer Freund und BegleiterGollum / Sméagol – Der gefallene Hobbit und Ringträger


Hobbits im Ringkrieg

Die Geschichte des Ringkrieges ist ohne Hobbits nicht denkbar. Es ist die Eigenart der Hobbits – ihre Unauffälligkeit, ihre Zähigkeit, ihr Mangel an großem Ehrgeiz –, die sie zur Aufgabe des Ringträgers befähigt. Gandalf erklärt Frodo, warum gerade ein Hobbit den Ring tragen musste:

Ich fand heraus, dass mein kleiner Freund aus dem Auenland vielleicht zu dem schwersten Werk berufen war, das je einem Kleinen zugetragen wurde: den Ring in das Feuer zu bringen.

sinngemäß nach Gandalf in Der Herr der Ringe, Die Gefährten, Buch I

Merry und Pippin wuchsen im Lauf des Ringkrieges buchstäblich über sich hinaus – Ent-Trank ließ sie zu den größten Hobbits werden, die je bezeugt wurden. Nach dem Krieg trugen sie wesentlich zur Befreiung des besetzten Auenlandes bei.


Hobbits nach dem Ringkrieg

Im Vierten Zeitalter erhielten die Hobbits von König Elessar (Aragorn) die Westmark als neues Siedlungsgebiet. Frodo und Bilbo fuhren mit Gandalf und den Elben von den Grauen Anfurten nach Valinor. Sam kehrte zurück, wurde Bürgermeister und trug das Rote Buch der Westmark fort.

Mit der Zeit, so berichten die Überlieferungen, wurden die Kinder der Hobbits größer als ihre Eltern – möglicherweise ein Nachklang des Ent-Tranks, den Merry und Pippin getrunken hatten. Das Volk der Hobbits verschwand nicht, ging aber langsam in den Menschen auf.


Weiterführende Seiten


FAQ: Häufige Fragen zu den Hobbits

Was sind Hobbits?

Hobbits sind ein kleines, friedliebendes Volk mit behaarten Füßen aus Tolkiens Mittelerde. Sie sind etwa halb so groß wie ein Mensch, leben im Auenland und lieben Essen, Ruhe und geordnete Verhältnisse. Trotz ihrer unscheinbaren Art spielen sie im Ringkrieg die entscheidende Rolle.

Wie groß sind Hobbits?

Hobbits sind durchschnittlich 90 bis 120 cm groß – etwa halb so groß wie ein erwachsener Mensch. Im Prolog des Herrn der Ringe beschreibt Tolkien sie als „zwei bis vier Fuß“ groß. Merry und Pippin wurden nach dem Genuss von Ent-Trank ungewöhnlich groß für Hobbits.

Woher kommen Hobbits?

Hobbits sind wahrscheinlich ein früh abgespaltener Zweig des Menschengeschlechts. Tolkien beschreibt sie im Prolog des Herrn der Ringe als Verwandte der Menschen, die schon seit Tausenden von Jahren am Oberlauf des Anduin lebten, bevor sie ins Auenland zogen. Ihre genaue Herkunft bleibt im Legendarium unbestimmt.

Wie alt werden Hobbits?

Hobbits werden in der Regel bis zu 100 Jahre alt. Mit 33 Jahren gilt ein Hobbit als volljährig. Der älteste bekannte Hobbit war Gerontius Tuk (der „Alte Tuk“) mit 130 Jahren. Bilbo Beutlin wurde dank des Einen Rings 131 Jahre alt, ohne sichtbar zu altern.

Was sind die drei Hobbitstämme?

Die drei Stämme sind die Haarfüße (häufigster, kleinster Stamm; befreundet mit Zwergen), die Falbhäute (kräftiger und hellhäutiger; lebten an der Grenze zu Menschengebieten) und die Starren (größter, eigenwilligster Stamm; befreundet mit Elben und Menschen; aus diesem Stamm stammt die Familie Tuk).

Warum haben Hobbits behaarte Füße?

Tolkien gibt keine mythologische Erklärung – es ist einfach ein natürliches Merkmal des Volkes. Die behaarten, ledrigen Füße machen Schuhwerk überflüssig und schützen vor Kälte und Steinboden. Tolkien nutzte dieses Detail, um Hobbits als besonderes, von Menschen unterscheidbares Volk zu kennzeichnen.

Was ist der Unterschied zwischen Hobbit und Halfling?

Hobbit ist der Name, den die Hobbits für sich selbst verwenden; die genaue Wortherkunft ist unsicher, möglicherweise vom Westron-Wort holbytla (Lochhöhler) abgeleitet. Halbling (Halfling auf Westron, Periannath auf Sindarin) ist die Bezeichnung, die andere Völker für die Hobbits verwenden.


Quellen