Gondor hatte zwischen 3320 Zweiten Zeitalters und 2050 Dritten Zeitalters 33 Könige aus der Linie Anárions – vom Gründer Isildur bis zu Eärnur, der spurlos verschwand und keine Erben hinterließ. Danach regierten fast tausend Jahre lang Truchsesse anstelle eines Königs – bis Aragorn II. im Jahr 3019 D.Z. als rechtmäßiger Erbe Isildurs den Thron zurückforderte und als König Elessar die Königslinie fortsetzte.
Die Könige von Gondor im Überblick
| # | König | Regierungszeit (D.Z.) | Name bedeutet | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Isildur | 3209 ZZ-2 D.Z. | „Mond-Diener“ | Er war der ältere Sohn Elendils und regierte mit seinem Bruder Anárion, unter der Oberherrschaft ihres Vaters, über das Südliche Königreich, Gondor. In seiner Jugend stahl er eine Frucht des Nimloth bevor er auf Befehl Ar-Pharazôns vernichtet wurde. Beim Untergang von Númennor entkam er mit seinem Vater, seinem Bruder und anderen Getreuen. Er wurde der Fürst von Ithilien. Isildur gründete Minas Ithil, wo er bis 3429 lebte, bis Sauron die Stadt einnahm, er jedoch entkam nach Minas Anor, der Feste seines Bruders. Er kämpfte in der Schlacht auf der Dagorlad und als Elendil fiel und sein Schwert barst, nahm er das heft und schnitt Sauron den Einen Ring vom Finger und erklärte ihn als sein Eigen. Nach diesem Sieg herrschte er zwei Jahre lang allein über Gondor, wobei er einen Setzling des Weißen Baumes in Minas Anor, als Andenken an seinen gefallenen Bruder, pflanzte. Er übertrug Anárions Sohn die Herrschaft über Gondor und machte sich nach Arnor auf, um dort König zu werden. Unterwegs wurden er und seine Begleiter in den Schwertelfeldern von Orks überfallen. Isildur versuchte zu entkommen, indem er den Ring überstreifte und in den Anduin sprang, doch der Ring glitt ihm vom Finger und er wurde getötet. |
| 2. | Anárion | bis 3441 Z.Z. | – | Er war der jüngere Sohn von Elendil. Mit seinem Vater und seinem Bruder Isildur entkam er dem Untergang von Númenor. Mit Isildur gründete er das Königreich Gondor und nach ihm wurden seine Lande Anórien genannt. Minas Anor ist seine Stadt. Anárion kämpfte in der Schacht gegen Sauron und wurde bei der Belagerung von Barad-dûr von einem Stein erschlagen. |
| 3. | Meneldil | –158 | „Himmelsfreund“ | Meneldil war der Sohn von Anárion. Sein Name ist Quenya und bedeutet „Himmelsfreund“. Isildur übertrug ihm die Herrschaft über Gondor als er nach Arnor aufbrach. |
| 4. | Cemendur | 158–238 | „Erd-Diener“ | – |
| 5. | Eärendil | 238–324 | „Meeres-Freund“ | – |
| 6. | Anardil | 324–411 | „Sonnen-Freund“ | – |
| 7. | Ostoher | 411–492 | „Festungsherr“ | Ostoher baute Minas Anor aus und nutzte sie gerne als Sommersitz, wie viele Könige nach ihm. |
| 8. | Rómendacil I. | 492–541 | „Ostsieger“ | Sein Geburtsname lautete Tarostar, er nahm seinen Königsnamen an, um seinen Sieg über die Ostlinge zu feiern. Er wurde von Ostlingen erschlagen. |
| 9. | Turambar | 541–667 | „Herr des Schicksals“ | Sein Geburtsname lautete Tarostar, er nahm seinen Königsnamen an, um seinen Sieg über die Ostlinge zu feiern. Er wurde von Ostlingen erschlagen. |
| 10. | Atanatar I. | 667–784 | „Vater der Menschen“ | – |
| 11. | Siriondil | 748–830 | „Sturm-Freund“ | – |
| 12. | Tarannon Falastur | 830–913 | „Küstenherr“ | Der erste Schiffskönig (sie erweiterten Gondor durch die Macht ihrer Flotte), Sein Geburtsname lautete Tarannon, wegen seiner Siege als Feldherr. Er war der erste kinderlose König, daher war sein Neffe der nächste König. |
| 13. | Eärnil I. | 913–936 | „Meer-Freund“ | Zweiter Schiffskönig. Sein Vater war Tarciryan, der Bruder von König Falastur. Er war der zweite Schiffskönig und ließ Pelagir wieder aufbauen. Mit einer großen Flotte, die er hatte bauen lassen, eroberte er Umbar von den Schwarzen Númenórern und starb als die Schiffe vor Umbar in einen Sturm gerieten. |
| 14. | Ciryandil | 936–1015 | „Schiff-Freund“ | Dritter Schiffskönig. Ciryandil führte die Schiffbaupolitik fort, wurde allerdings im Kampf gegen die Haradrim getötet. |
| 15. | Hyarmendacil I. | 1015–1149 | „Südsieger“ | Vierter und letzter Schiffskönig. Sein Name war ursprünglich Ciraher unter dem er auch gekrönt wurde. Als er 1050 die Haradrim vollständig besiegt und gezwungen hatte Gondors Macht anzuerkennen, änderte er seinen Namen. In seinen Tagen erreichte Gondor den Höhepunkt seiner Macht. |
| 16. | Atanatar II. Alcarin | 1149–1226 | „Vater der Menschen“ | Beiname „der Glorreiche“. Zu seiner Zeit war Gondor an der Höhe seiner Macht und seines Glanzes. Atanatar liebte den Luxus und tat nichts, um Gondors Ruhm zu erhalten. Die Wache von Mordor wurde vernachlässigt, und der einfache Kronenhelm des Königs wurde durch einen mit Juwelen besetzten Helm aus edlen Metallen ersetzt. Sein Beiname lautete Alcarin, der Glorreiche, wegen der Pracht seines Reiches. |
| 17. | Narmacil I. | 1226–1294 | „Feuerschwert“ | Zweiter kinderloser König. Im Jahre 1294 übertrug er seinem Neffen Minalcardie Herrschaft über Gondor. |
| 18. | Calmacil | 1294–1304 | „Lichtschwert“ | Er war der jüngere Bruder von Narmacil I. Während seiner Herrschaft wurde Gondor von seinem Sohn regiert. |
| 19. | Rómendacil II. | 1304–1366 | „Ostsieger“ | Sein Geburtsname war Minalcar unter dem er zur Zeit der Herrschaft seines Vaters regierte. Er war ein Mann von großer Kraft und Fähigkeit. Im Jahr 1248 siegte er über die Ostlinge und dehnte Gondors Macht bis zum Meer von Rûhn aus. Danach nahm er den Namen Rómendacil an unter dem er sich auch krönen ließ. Er befestigte die Grenze am Anduin und ließ die Argonath errichten. Da er erkannte, dass es Gondor an waffenfähigen Männer mangelte, erwies er den Nordmenschen große Gunst uns schickte seinen Sohn Valacar zu ihnen. Daraus entstand später der Sippenstreit. |
| 20. | Valacar | 1366–1432 | „Vala-Haupt“ | In seiner Jugend (1250) schickte sein Vater ihn an den Hof Vidugavias um die Beziehungen zwischen Gondor und den Nordmenschen zu verbessern und es Valacar zu ermöglichen die Sitten dieser wichtigen Verbündeten kennen zu lernen. Er freundete sich mit den Nordmenschen an und heiratete sogar die Tochter von Vidugavia. Ihr Sohn Eldacar war somit nur ein halber Dúnadan, was zu Sippenstreit führte. |
| 21. | Eldacar | 1432–1437, 1447–1490 | „Elbenhaupt“ | Weil seine Mutter keine Dúnadan und er in Rhovannion geboren worden war, wurde Eldarcar für geringer als ein echter Dúnadan erachtet und die königliche Familie erhob sich gegen ihn. Dieser Sippenstreit dauerte fünf Jahre, da Eldacar ein edler Mann, tapferer Kriegerund nicht leicht zu besiegen war. Als er in Osgiliath belagert wurde entkam er nach Rhovannion. Zehn Jahre später kehrte er mit einer Armee von Nordmenschen zurück. Durch Unterstützung durch die Menschen des nördliche Gondor erschlug er den Thronräuber Castamir in der Schlacht an den Furten des Erui und gewann seinen Thron zurück. Trotz seines gemischten Blutes alterte er nicht schneller als die übrigen Gondorer. |
| 22. | Castamir der Thronräuber | 1437–1447 | „Kronjuwel“ | Er war der Enkel des jüngeren Bruders von Rómendacil ll und zur Zeit des Sippenstreits Oberbefehlshaber der Flotte. Er half bei der Vertreibung Eldacars, und da er unter den Rebellen viele Anhänger hatte (vor allem die der gesamten Flotte und Küstenbevölkerung), wurde er zum König ernannt. Er war allerdings ein grausamer und arroganter König und ließ Eldacars gefangenen Sohn Ornendil hinrichten. Er widmete sich der Flotte und kümmerte sich nicht um das Land und Heer. Eldacar nach zehn Jahren zurückkehrte, erhoben sich die Menschen des Inlands gegen ihn. In der Entscheidungsschlacht am Erui wurde er von Eldacar erschlagen. Er wurde Castamir der Thronräuber genannt. |
| 23. | Aldamir | 1447–1540 | „Baumjuwel“ | Er war der zweite Sohn von Eldacar und wurde nach Castamirs Tod König, da sein Bruder von diesem hingerichtet worden war. Er starb eines gewaltsamen Todes. |
| 24. | Hyarmendacil II. | 1540–1621 | „Südsieger“ | Sein ursprünglicher Name lautete Vinyarion. Er nannte sich Hyarmendacil nach seinem großen Sieg über die Haradrim im Jahre 1551. |
| 25. | Minardil | 1621–1634 | „Turm-Freund“ | Er fiel im Kampf mit den Korsaren von Umbar bei Pelargir. |
| 26. | Telemnar | 1634–1636 | „Silberfeuer“ | Er und seine Erben starben an der Pest. Sein Neffe folgte ihm nach. |
| 27. | Tarondor | 1636–1798 | „König des Steinlands“ | Er war der Sohn von Minastan, dem zweiten Sohn von Minardil. Er regierte nach der großen Pest und regierte als längster König von Gondor 162 Jahre lang. Er versuchte Gondors Stärke wiederaufzubauen. Tarondor pflanzte einen Sämling des Weißen Baumes und verlegte die Residenz des Königs Dauerhaft nach Minas Anor. |
| 28. | Telumehtar Umbardacil | 1798–1850 | „Himmelskrieger Umbarbesieger“ | Da die Korsaren des öfteren Raubzüge unternommen hatten, nahm er im Jahre 1810 Umbar ein. Nach diesem Sieg fügte er seinem Namen Umbarcil hinzu. |
| 29. | Narmacil II. | 1850–1856 | „Feuerschwert“ | Fiel im Kampf gegen die Wagenfahrer. |
| 30. | Calimehtar | 1856–1936 | „Leuchtender Krieger“ | Im Jahre 1899 erzielte er einen großen Sieg über die Wagenfahrer, welche durch einen aufstand in Rhovannion geschwächt waren. |
| 31. | Ondoher | 1936–1944 | „Steinherr“ | Fiel mit seinen Söhnen in der Schlacht gegen die Wagenfahrer |
| 32. | Eärnil II. | 1944–2043 | „Meer-Freund“ | Er war ein großer Krieger und Heerführer des Südheeres von Gondor, das im Jahre 1944 in zwei entscheidenden Schlachten die Haradrim und Wagenfahrer schlug und Gondor vor der Vernichtung bewahrte. Da der König und seine Erben gefallen waren, erhob er, als Nachfahre Telumehtar Umbardacils, Anspruch auf die Krone. Er war ein kluger Herrscher, stärkte Gondor und sandte 1974, unter dem Kommando seines Sohnes, eine Flotte nach Arthedain zur Hilfe. Zu seiner Zeit kam der Nazgûlfürst nach Minas Ithil und dieses wurde seitdem Minas Morgul genannt. Daraufhin wurde Osgiliath ganz verlassen und Minas Anor in Minas Tirith unbenannt. |
| 33. | Eärnur | 2043–2050 | „Meerdiener“ | Der letzte König der Linie Anárions. Earnur wurde von seinem Vater nach Arthedain gesandt, um den Dúndain des Nordens zu helfen. Seine Armee stellte das größte Kontingent im Heer des Westens, das Angmar in Jahre 1975 in der Schlacht von Fornost besiegte. Er empfand es als Schande, als sein Pferd in Gegenwart des Nazgûlfürsten scheute. Im Jahre 2043 als er König war, wurde er vom Fürst der Nazgûl zum Zweikampf herausgefordert mit der höhnischen Behauptung, Earnur habe in der Schlacht sich geweigert sich ihm zu stellen. Doch sein Truchsess Minardil konnte ihn zurückhalten, bis er in seinem Todesjahr erneut zu Zweikampf gefordert wurde. Er ritt nach Minas Morgul und wurde nicht mehr gesehen. Er war ein großer Heerführer, stolz und seine einzige Freude war der Kampf, was zum Verhängnis wurde. Denn dadurch nahm er keine Frau und hatte keinen Erben und so erlosch mit ihm die Linie Anárions, dem Sohn Elendils. |
Warum endete die Königslinie 2050 D.Z.?
Eärnur, der letzte König aus Anárions Linie, war ein großer Heerführer, doch stolz und ohne Interesse an einer Frau oder einem Erben. Als ihn der Hexenkönig von Angmar 2050 D.Z. erneut zum Zweikampf herausforderte – nachdem sein Truchsess Minardil ihn Jahre zuvor davon abgehalten hatte –, ritt Eärnur allein nach Minas Morgul und wurde nie wieder gesehen. Da er keine Erben hinterließ und die Linie Anárions damit erlosch, wagte niemand, ohne eindeutigen Anspruch die Krone zu beanspruchen. Fortan regierten die Truchsesse Gondor treuhänderisch – fast tausend Jahre lang, bis zur Rückkehr des Königs.
Die Rückkehr des Königs: Aragorn II.
Erst im Jahr 3019 D.Z. endete das lange Interregnum: Aragorn II., direkter Nachkomme Isildurs über die Häuptlinge der Dúnedain des Nordens, bewies seinen Anspruch durch die Heilung der Verwundeten nach der Schlacht auf dem Pelennor (laut altem Glauben Gondors ein Zeichen wahrer Königswürde) und wurde am 1. Mai 3019 D.Z. als König Elessar Telcontar gekrönt – zugleich der erste Hochkönig von Gondor und Arnor seit Isildur, fast dreitausend Jahre zuvor.
Häufig gestellte Fragen zu den Königen von Gondor
Wer ist der wahre König von Gondor?
Nach Tolkiens eigener Erzählung ist Aragorn II. (König Elessar) der rechtmäßige König, da er in direkter Linie von Isildur abstammt, dem Gründer der Königslinie. Er bestieg 3019 D.Z. nach fast tausendjährigem Interregnum den Thron. → Mehr dazu: Aragorn – Streicher, Isildurs Erbe und Hochkönig von Gondor
Wie viele Könige hatte Gondor?
33 Könige aus der Linie Anárions regierten zwischen 3320 Z.Z. und 2050 D.Z., danach folgte Aragorn II. im Jahr 3019 D.Z. als erster König der wiederhergestellten Linie.
Wer war der letzte König von Gondor vor Aragorn?
Eärnur, der 33. König, der 2050 D.Z. nach einem Zweikampf mit dem Hexenkönig von Angmar spurlos verschwand.
Warum wurde Gondor stattdessen von Truchsessen regiert?
Weil Eärnur keine Erben hinterließ und niemand ohne eindeutigen Anspruch die Krone beanspruchen wollte. Die Truchsesse übernahmen die Regierung treuhänderisch bis zur Rückkehr eines rechtmäßigen Königs. → Mehr dazu: Truchsesse von Gondor
Wer war der erste König von Gondor?
Isildur und sein Bruder Anárion gründeten Gondor gemeinsam im Jahr 3320 Z.Z.; nach Isildurs Aufbruch nach Arnor regierte formal sein Neffe Meneldil als dritter, doch durchgehender König Gondors.
Was war der Sippenstreit?
Ein jahrelanger Bürgerkrieg (1432–1447 D.Z.) um die Thronfolge, ausgelöst durch König Valacars Heirat mit einer Nordfrau. Der Usurpator Castamir stürzte zunächst den halbnordischen König Eldacar, der zehn Jahre später mit einem Heer zurückkehrte und seinen Thron zurückeroberte.
Buchquellen
- Der Herr der Ringe, Anhang A, Teil I, Abschnitt IV: „Gondor und die Erben von Anárion“
- Der Herr der Ringe, Buch VI, Kapitel „Die Stadt des Königs“