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Mordor ist das Kernland Saurons in Tolkiens Mittelerde: ein von gewaltigen Gebirgen abgeschirmtes, vulkanisches Hochplateau im Südosten des Kontinents, in dem der Dunkle Herr über Zeitalter hinweg seine Macht aufgebaut hat. Der Name bedeutet im Sindarin schlicht „Dunkelland“ (môr = Dunkel, dôr = Land). Wo einst fruchtbares Land lag, hinterließ Saurons Herrschaft eine verbrannte, vergiftete Wüste – und im Zentrum der Ebene Gorgoroth brennt bis zum Ende des Ringkrieges der Schicksalsberg.


Überblick

  
NameMordor (Sindarin: „Dunkelland“)
LageSüdostmittelerde, östlich von Gondor und Ithilien
GrenzenEphel Dúath (West/Süd), Ered Lithui (Nord)
HaupteingangMorannon – das Schwarze Tor
RegionenGorgoroth (Plateau), Nurn (Südteil), Udûn (Nordwesttal)
Wichtigste BautenBarad-dûr, Morannon, Minas Morgul, Cirith Ungol
SchicksalsbergOrodruin (Amon Amarth) – hier wurde der Eine Ring geschmiedet
HerrschaftSauron (hauptsächlich Zweites und Drittes Zeitalter)
HauptquelleDer Herr der Ringe, Buch IV (Frodo und Sams Weg durch Mordor)

Name und Bedeutung

BezeichnungSpracheBedeutung
MordorSindarinmôr (Dunkel) + dôr (Land, Gebiet) = „Dunkelland“
Amon AmarthSindarin„Berg des Schicksals“ (Name des Schicksalsberges)
OrodruinSindarin„Feuerberg“ (älterer Name des Schicksalsberges)
Ephel DúathSindarin„Außenring des Schattens“ (das westliche Grenzgebirge)
Ered LithuiSindarin„Aschenberge“ (das nördliche Grenzgebirge)
GorgorothSindarin„Grauenhafte Öde“ (die zentrale Ebene)
MorannonSindarin„Das Schwarze Tor“
Barad-dûrSindarin„Dunkelturm“ (Saurons Festung)

Geographie Mordors

Mordor ist eine von drei Seiten durch Gebirge geschützte natürliche Festung: im Westen und Süden durch die Ephel Dúath (die Schattenberge), im Norden durch die Ered Lithui (die Aschenberge). Nur der Nordwesten ist durch das Tal Udûn zugänglich – dort liegt der Morannon, das Schwarze Tor, der stärkst befestigte Eingang des Landes.

Gorgoroth – die Ebene der Öde

Gorgoroth ist die zentrale, hochgelegene Ebene Mordors – ein Ödland aus erstarrter Lava, giftigen Dämpfen und Asche. Hier steht der Schicksalsberg (Orodruin), und hier errichtete Sauron den Dunklen Turm Barad-dûr. Wasser und Pflanzenwuchs gibt es in Gorgoroth kaum; die wenigen Lebewesen, die es bewohnen, sind Orks und andere Kreaturen in Saurons Dienst.

Nurn – der Süden Mordors

Der südliche Teil Mordors, Nurn, ist weniger lebensfeindlich als Gorgoroth. Hier liegt das Binnenmeer Núrnen, gespeist von Flüssen aus den Gebirgen. In Nurn ließen Saurons Heerscharen Sklaven – Gefangene aus dem Süden, Osten und Westen – die Felder bestellen, um die riesigen Streitkräfte Mordors zu ernähren.

Udûn – das Nordwesttal

Zwischen Morannon und dem eigentlichen Hochplateau Gorgoroth liegt das Tal Udûn – ein strategisch wichtiger Korridor, von mächtigen Mauern gesäumt. Hier marschierten Saurons Heerscharen für den Angriff auf Gondor auf.

Minas Morgul und Cirith Ungol

Im Westen Mordors, in der Ephel Dúath, liegt Minas Morgul – einst die Zwillingsstadt Minas Ithil, erbaut von Isildur. Saurons Nazgûl rissen sie an sich und machten sie zum Sitz des Hexenkönigs von Angmar. Oberhalb von Minas Morgul führt der Gebirgspass Cirith Ungol nach Mordor – bewacht von einer Orkgarnison und von Kankra, der riesigen Spinne aus der Nachkommenschaft Ungolianths.


Vorgeschichte: Mordor vor Sauron

Bevor Sauron Mordor wählte, war das Land kein Ödland. Es verfügte über fruchtbares Terrain und hatte wahrscheinlich sogar einen anderen Namen. Im Zweiten Zeitalter suchte Sauron gezielt nach einem natürlichen Rückzugsgebiet für seine Festungsbauten:

Deshalb ließ er Eriador eine Weile in Ruhe und wählte das Land Mordor, wie es später genannt wurde, als Festung.

Tolkien, Nachrichten aus Mittelerde

Die natürliche Abgeschlossenheit Mordors durch die Gebirgsketten war Saurons wichtigstes strategisches Argument: Das Land war von außen nahezu unangreifbar.


Mordor im Zweiten Zeitalter

Im Zweiten Zeitalter errichtete Sauron in Gorgoroth seine Residenz Barad-dûr – den Dunklen Turm – und begann mit dem Aufbau seiner Streitkräfte. Im Schicksalsberg schmiedete er um das Jahr 1600 DZ den Einen Ring. Die Eruption des Orodruin bei dieser Arbeit war ein so gewaltiges Ereignis, dass es in Númenor wahrgenommen wurde und den Númenórern Zeichen der wachsenden Macht des Feindes gab.

Nach Saurons Niederlage im Letzten Bund (3441 DZ) blieb Barad-dûr zwar stehen – Isildur hatte es versäumt, den Turm zu schleifen –, aber der verlorene Eine Ring schwächte Sauron so sehr, dass er als körperloser Geist floh. Gondor sicherte die Grenzen Mordors mit Garnisonen und dem Morannon. Doch die Wachen wurden im Laufe der Jahrhunderte geschwächt; Orks besiedelten das verlassene Land in wachsender Zahl.


Mordor im Dritten Zeitalter

Im Jahr 1000 DZ kehrte Sauron als Dunkler Schatten zurück – zunächst verborgen in Dol Guldur im Düsterwald. Erst 2942 DZ verließ er Dol Guldur und zog wieder offen nach Mordor. Bis 2951 DZ hatte er Barad-dûr wieder vollständig aufgebaut. Schicksalsberg und Ebene Gorgoroth glühten erneut.

Im Jahr 3018 DZ sandte Sauron seine Nazgûl aus, um den Ring zu suchen. Die Ereignisse des Ringkrieges entschieden sich am Ende im Herzen Mordors selbst – in der Schicksalskluft des Orodruin.

Frodo und Sams Weg durch Mordor

Der eindrücklichste literarische Zeuge Mordors ist Frodo Beutlin, der – begleitet von Sam und geführt von Gollum – das Land von Westen nach Osten durchquert. Sam beschreibt den Anblick Mordors kurz vor dem Eintritt:

Das war Mordor, das Land, in das er zu gehen gezwungen war. […] Finsternis lag über dem ganzen Lande, und überall war die beißende, giftgeschwängerte Luft; und der Wind, der über die weite, leere Ebene blies, war wie ein böser Atem.

Der Herr der Ringe, Die zwei Türme, Buch IV, Kap. 3: „Der Schwarze Tor ist verschlossen“ (sinngemäß)

Frodo und Sam umgehen den gesperrten Morannon, klettern durch Cirith Ungol – wo Kankra Frodo sticht und lähmt –, und kämpfen sich durch die Ebene Gorgoroth in Richtung Schicksalsberg. Sams Entschlusskraft ist es, der die beiden am Leben erhält:

Sam sah, wie Frodo zusammenbrach. Er ließ seine eigene Last fallen und kniete bei ihm nieder. „Ich kann ihn nicht tragen, Herr Frodo, aber ich kann Sie tragen, und auch den Ring mit Ihnen.“

Der Herr der Ringe, Die Rückkehr des Königs, Buch VI, Kap. 3: „Der Schicksalsberg“ (sinngemäß)


Barad-dûr – Der Dunkle Turm

Barad-dûr ist Saurons Festung im Osten Gorgorothes – der größte und bedrohlichste Turm Mittelerdes. Er wurde im Zweiten Zeitalter mit der Kraft des Einen Ringes erbaut; deshalb konnte er nur dann dauerhaft zerstört werden, wenn der Eine Ring vernichtet wurde.

In Barad-dûr befand sich Saurons Auge – das Einzige, was von seiner körperlichen Gestalt nach dem Zweiten Zeitalter noch verblieben war. Das Auge Saurons war allgegenwärtig und konnte durch den Palantír des Weißen Turmes direkt in die Herzen derer blicken, die gewagt hatten, ihn zu benutzen.

Mit der Vernichtung des Einen Rings in der Schicksalskluft brach Barad-dûr zusammen. Der Turm fiel und Sauron war endgültig besiegt.


Orodruin – Der Schicksalsberg

Der Schicksalsberg (Amon Amarth, Orodruin – „Feuerberg“) ist der zentrale Vulkan Gorgorothes und der wichtigste Einzelort des gesamten Ringkrieges: Hier wurde der Eine Ring geschmiedet, und nur hier konnte er vernichtet werden.

Im Schicksalsberg liegt die Sammath Naur (die Kammern des Feuers) – eine Höhle tief im Berginneren, in der Saurons Schmiede-Feuer brannte. Nur in der Schicksalskluft der Sammath Naur, wo Saurons ursprüngliches Feuer noch loderte, hätte der Ring vernichtet werden können.

Am 25. März 3019 DZ erschütterte die Vernichtung des Ringes Mordor in seinem Kern. Der Schicksalsberg brach aus. Barad-dûr fiel. Saurons Geist verließ für immer die Welt.


Mordor nach dem Ringkrieg

Nach Saurons endgültigem Sturz übergab König Elessar (Aragorn) die südlichen Gebiete Mordors – Nurn und die Ebenen um das Binnenmeer Núrnen – den dort versklavten Völkern und schloss Frieden mit den Variags und anderen Stämmen.

Jahrzehnte später begannen sich die vergifteten Ebenen Gorgorothes langsam zu erholen. Tolkien deutet an, dass das Land ohne Saurons giftigen Einfluss letztlich wieder aufblühen könnte – ein Gedanke, der in der Tradition der Heilung nach dem Bösen steht, die sein gesamtes Legendarium durchzieht.


Weiterführende Seiten


FAQ: Häufige Fragen zu Mordor

Was ist Mordor im Herrn der Ringe?

Mordor ist das finstere Reich Saurons im Südosten Mittelerdes – ein von Gebirgen umschlossenes, vulkanisches Hochplateau, in dessen Zentrum der Schicksalsberg brennt. Hier schmiedete Sauron den Einen Ring, hier steht sein Dunkler Turm Barad-dûr, und hier endet im Ringkrieg die Reise Frodos und Sams.

Was bedeutet Mordor?

Mordor bedeutet auf Sindarin „Dunkelland“: môr steht für Dunkel oder Schwärze, dôr für Land oder Gebiet. Den Namen gaben die Elben dem Reich, nachdem Sauron es für sich in Beschlag genommen hatte.

Wo liegt Mordor in Mittelerde?

Mordor liegt im Südosten Mittelerdes, östlich von Gondor und Ithilien. Es wird im Westen und Süden von den Ephel Dúath (Schattenberge) und im Norden von den Ered Lithui (Aschenberge) begrenzt. Der einzige natürliche Eingang im Nordwesten wird vom Schwarzen Tor (Morannon) bewacht.

Was ist der Schicksalsberg?

Der Schicksalsberg (Sindarin: Amon Amarth, älterer Name: Orodruin) ist ein aktiver Vulkan im Herzen der Ebene Gorgoroth. In seinen Tiefen – den Sammath Naur (Kammern des Feuers) – schmiedete Sauron den Einen Ring. Nur dort, in Saurons ursprünglichem Feuer, konnte der Ring vernichtet werden. Am 25. März 3019 DZ geschah genau das: Gollum stürzte mit dem Ring in die Schicksalskluft.

Was ist Barad-dûr?

Barad-dûr – der Dunkle Turm – ist Saurons Hauptfestung im Osten Gorgorothes. Er wurde mit der Kraft des Einen Ringes erbaut und konnte deshalb nur mit seiner Vernichtung dauerhaft zerstört werden. In Barad-dûr residierte Saurons Auge – das einzige Überbleibsel seiner körperlichen Gestalt nach dem Zweiten Zeitalter.

Wer lebte in Mordor?

Mordor war hauptsächlich von Orks, Trollen und anderen Kreaturen Saurons bewohnt. Im südlichen Nurn hielten Saurons Streitkräfte Sklaven aus aller Welt, die die Felder bebauen mussten. In den Bergen lebten wilde Orks-Stämme, die auch außerhalb von Saurons direkter Kontrolle operierten.

Was passierte mit Mordor nach dem Ringkrieg?

König Elessar übergab die südlichen Gebiete Nurns den versklavten Völkern. Die vergifteten Ebenen Gorgorothes begannen langsam zu genesen; Tolkien deutet an, dass das Land ohne Saurons giftigen Einfluss wieder aufblühen könnte. Barad-dûr und der Schicksalsberg lagen in Trümmern.


Quellen