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Inhaltsverzeichnis

Die Ringe der Macht – Entstehung & Geschichte

Die Ringe der Macht sind zwanzig magische Ringe, die im Zweiten Zeitalter in Eregion von Elben-Schmieden unter Anleitung des verkleideten Sauron geschmiedet wurden. Insgesamt wurden neunzehn große Ringe verteilt – drei an die Elben, sieben an die Zwerge und neun an die Menschen – sowie ein zwanzigster, der Herrscherring, den Sauron heimlich im Schicksalsberg schmiedete, um die anderen zu beherrschen. Es ist dieser Eine Ring, um dessen Vernichtung der gesamte Ringkrieg kreist.


Alle Ringe der Macht im Überblick

Ring(e)AnzahlTrägerZeichenSchicksal
Narya – Ring des Feuers1 (Elbenring)Gandalf (via Círdan)RubinVerliert Macht mit dem Einen
Nenya – Ring des Wassers1 (Elbenring)GaladrielAdamant (Diamant)Verliert Macht mit dem Einen
Vilya – Ring der Luft1 (Elbenring)ElrondSaphirVerliert Macht mit dem Einen
Sieben Ringe der Zwerge7Sieben ZwergenanführerGold und Edelstein3 von Sauron zurückerobert, 4 von Drachen verschluckt
Neun Ringe der Menschen9Neun große KönigeGold und EdelsteinTräger werden Nazgûl; Ringe zuletzt bei Sauron
Der Eine Ring (Herrscherring)1SauronIsildurGollumBilboFrodoOhne SteinIm Schicksalsberg vernichtet (3019 DZ)

Das Ringgedicht

Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht, Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein, Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun, Einer dem Dunklen Herrn auf Dunklem Thron Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn. Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden Im Lande Mordor wo die Schatten drohn.

Der Herr der Ringe, Titelseite und Buch I, Kap. 2: „Der Schatten der Vergangenheit“


Die Erschaffung der Ringe der Macht

Die Geschichte der Ringe beginnt im Zweiten Zeitalter. Nach dem Sturz Morgoths in der Großen See tarnt sich Sauron als weiser Berater und nennt sich Annatar, „Der Herr der Geschenke“. Elrond und Gil-Galad erkennen ihn nicht, vertrauen ihm aber dennoch nicht. Galadriel weist ihn ab. Die Elben Eregions jedoch nehmen ihn auf.

Eregion und die Gwaith-i-Mírdain

In Eregion errichten die Noldor nach dem Ersten Zeitalter ein neues Reich nahe Khazad-dûm, dem Zwergenreich unter dem Nebelgebirge. Zwischen den Elben Eregions und den Zwergen besteht eine für diese Völker ungewöhnliche Freundschaft. Die Schmiedegilde Gwaith-i-Mírdain (Gemeinschaft der Juwelenschmiede) verfeinert hier die Schmiede­kunst bis zur höchsten Vollendung – von Fëanor und seinen Werken abgesehen.

Zu den Gwaith-i-Mírdain gehört Celebrimbor, Sohn Curufíns und Enkel Fëanors. Sauron/Annatar hilft den Elben, ihre Künste weiter zu verfeinern, und lenkt sie dabei gezielt in Richtung der Ringschmiedekunst.

Die Ringe werden geschmiedet

Und von Saurons Kraft und Willen ging ein großer Teil in jenen Einen Ring ein, denn auch die Elbenringe waren sehr mächtig, und jener, der sie beherrschen sollte, musste von überwältigender Kraft sein; und Sauron schmiedete ihn im Feurigen Berg im Lande des Schattens. Und während er den Einen Ring trug, konnte er alles sehen, was mit Hilfe der schwächeren Ringe geschah, und die Gedanken ihrer Träger konnte er lesen und lenken.

Das Silmarillion, Von den Ringen der Macht und dem Dritten Zeitalter

Noch während Sauron die Elben anleitet, schmiedet er im Verborgenen am Schicksalsberg den Einen Ring. Als er ihn aufsetzt, bemerken die Elben sofort, was geschieht – und entlarven ihn. Sie legen ihre eigenen Ringe ab, bevor Sauron Zugriff auf sie erlangen kann.

Saurons Krieg gegen Eregion

Enttarnt, beginnt Sauron einen offenen Krieg. Er fordert die Elbenringe zurück – die Elben fliehen. Celebrimbor hatte die drei mächtigsten Ringe, Narya, Nenya und Vilya, von den übrigen getrennt und in Sicherheit gebracht, bevor er von Saurons Truppen gefangen und getötet wurde. Die übrigen Ringe fallen in Saurons Hände: neun verteilt er an Menschen, sieben an Zwerge.


Die drei Ringe der Elben

Narya (Ring des Feuers, Rubin), Nenya (Ring des Wassers, Adamant/Diamant) und Vilya (Ring der Luft, Saphir) wurden von Celebrimbor allein geschmiedet, ohne Saurons Mitwirkung. Gerade deshalb sind sie die reinsten und mächtigsten der neunzehn verteilten Ringe.

Wer sie trug, konnte die Wunden der Zeit abwehren und die Müdigkeit der Welt vertragen.

Das Silmarillion, Von den Ringen der Macht und dem Dritten Zeitalter

Solange Sauron den Einen trägt, können die Elben die Drei nicht offen tragen. Nach dem Verlust des Einen beim Letzten Bund sind sie frei – und entfalten nun ihre ganze segensreiche Wirkung: In Bruchtal und Lothlórien bleibt die Zeit gleichsam stehen, die Schönheit des Ersten Zeitalters lebt fort.

VilyaCelebrimbor übergibt ihn auf Galadriels Rat an Gil-Galad; dieser gibt ihn an Elrond weiter, als er ihn zum Vizeregenten von Eriador macht. Vilya wirkt fortan in Bruchtal.

Nenya – bleibt bei Galadriel in Lothlórien. Frodo, der als Ringträger unsichtbare Dinge sehen kann, erblickt ihn an Galadriels Finger als einen schwachen weißen Schimmer:

Sie hob die Hand, und von dem Ring, den sie trug, ging ein starkes Licht aus, das nur sie allein erleuchtete und alles andere dunkel ließ.

Der Herr der Ringe, Die Gefährten, Buch II, Kap. 7: „Galadriels Spiegel

NaryaCelebrimbor sendet ihn auf Galadriels Rat zu Gil-Galad. Dieser gibt ihn an Círdan, den Schiffbauer, der den Ring weitergibt an Gandalf, als dieser nach Mittelerde kommt – in der Ahnung, dass Gandalf viel Kraft für seine Aufgabe brauchen wird.

Mit der Vernichtung des Einen verlieren alle drei Elbenringe ihre Macht. Kurz darauf fahren ihre Träger gemeinsam mit Frodo und Bilbo von den Grauen Anfurten nach Valinor.


Die sieben Ringe der Zwerge

Sauron verteilt die sieben eroberten Ringe unter Zwergenanführern, in der Hoffnung, das Volk der Zwerge zu beherrschen. Doch wie so oft erweist sich der Wille der Zwerge als härter als Stein:

Denn der Wille der Zwerge ist oft noch härter als Stein, und er ist schwer zu lenken oder zu brechen.

Das Silmarillion, Von den Ringen der Macht (sinngemäß)

Die Ringe machen die Zwerge nicht zu Knechten, sondern entfachen in ihnen eine unstillbare Gier nach Schätzen und Gold. Jeder der sieben Ringe bildet den Ursprung einer großen Zwergenkönigshalle. Die Namen der Sieben sind nicht überliefert; sie wurden gelegentlich nach ihrem Träger benannt.

Sauron gewinnt drei der sieben Ringe durch Krieg zurück. Die übrigen vier gehen auf eine andere Weise verloren: Sie werden von Drachen verschluckt, die nach Zwergeschätzen gieren.


Die neun Ringe der Menschen

Die neun Ringe der Menschen sind am wenigsten bekannt. Ihre Träger sollen große Könige, Herrscher und Zauberer ihrer Zeit gewesen sein – bevor die Ringe sie zu Sklaven machten.

(Sie) wurden Mächtige ihrer Zeit, die Könige, Magier und Krieger von einst. Ruhm und große Schätze gewannen sie, doch daran wurden sie zunichte. Endlos schien ihr Leben zu sein, doch unerträglich wurde es für sie. Und einer nach dem anderen, früher oder später, je nach ihrer Stärke von Geburt und ihrem guten oder bösen Willen zu Anfang, wurden sie Knechte des Rings, den sie trugen, und fielen unter die Herrschaft des Einen. Und sie wurden auf ewig unsichtbar, außer für ihn, der den Herrscherring trug, und traten ins Reich der Schatten hinüber. Die Nazgûl waren sie, die Ringgeister, die furchtbarsten Diener des Feindes; Dunkelheit war um sie her, und sie schrien mit den Stimmen des Todes.

Das Silmarillion, Von den Ringen der Macht und dem Dritten Zeitalter

Zwei der neun Ringgeister sind mit Namen bekannt: der Hexenkönig von Angmar (Anführer der Nazgûl, ein einstiger Schwarzer Númenórer) und Khamûl, ein König der Ostlinge, der nach dem Hexenkönig der mächtigste Nazgûl ist. Zur Zeit des Ringkrieges sind die neun Ringe vermutlich nicht mehr an den Händen der Nazgûl, sondern in Saurons Besitz – ihr letzter eigener Wille ist längst erloschen.


Der Eine Ring – Herrscherring

Der Eine Ring ist Saurons wichtigstes Werkzeug und zugleich seine größte Schwäche: Er steckte einen wesentlichen Teil seiner eigenen Kraft und seines Willens in ihn hinein, um die anderen Ringe kontrollieren zu können. Das machte ihn mächtiger als je zuvor – aber auch angreifbar, denn mit dem Ring ist auch sein Schicksal verbunden.

Der Ring verleiht abhängig von der Natur seines Trägers unterschiedliche Macht. Schwache Träger wie Hobbits werden dadurch kaum verändert – außer durch die lebensverlängernde Wirkung und ein langsames Verblassen. Mächtige Träger würden von der Kraft des Ringes korrumpiert und zu Tyrannen.

Denn zu unheilsmächtig war dieser Ring, als dass einer der Weisen ihn hätte tragen dürfen, es sei denn, er wollte wie Curunír selbst ein Tyrann und schwarzer Herrscher werden.

Das Silmarillion, Von den Ringen der Macht (sinngemäß)

Die Runeninschrift

Nur im Feuer sichtbar, trägt der Ring die Verse der Schwarzen Sprache Saurons:

Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul, ash nazg thrakatulûk, agh burzum-ishi krimpatul

Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden

Der Herr der Ringe, Die Gefährten, Buch II, Kap. 2: „Der Rat von Elrond

Die Geschichte des Einen Rings

Als Isildur beim Letzten Bund den besiegten Sauron besiegt und den Ring von seinem Finger schneidet, flieht Saurons Geist. Der Ring hätte vernichtet werden müssen, doch Isildur behält ihn. Elrond, der dabei ist, kann ihn nicht zwingen:

In jener Stunde, da Isildur den Ring nahm und ihn nicht hergeben wollte, da wurde dies verhängt, dass Sauron zurückkehren werde.

sinngemäß nach Elrond in Der Herr der Ringe, Die Gefährten, Buch II, Kap. 2

Der Ring gleitet Isildur beim Überqueren des Anduin vom Finger und wird von Sméagol (später: Gollum) gefunden, der ihn 500 Jahre unter dem Nebelgebirge verbirgt. Bilbo Beutlin gewinnt ihn im Rätselspiel. Gandalf erkennt schließlich, was es mit dem Ring auf sich hat, und Frodo trägt ihn nach Mordor.

In der Schicksalskluft des Schicksalsberges versagt Frodo zuletzt – doch Gollum beißt ihm den Finger mit dem Ring ab und stürzt selbst damit in die Feuer des Berges. So wird der Eine Ring vernichtet.

Und als die Heerführer nach Süden blickten in das Land Mordor, schien es ihnen, dass dort schwarz gegen die Wolkendecke ein riesiges Schattengebilde aufstieg und den ganzen Himmel erfüllte. Gewaltig erhob es sich über die Welt und streckte ihnen eine große, drohende Hand entgegen, schreckenerregend, aber machtlos, denn während es noch über ihren Köpfen schwebte, wurde es von einem starken Wind erfasst, und es wurde weggeblasen und verging, und Stille trat ein.

Der Herr der Ringe, Die Rückkehr des Königs, Buch VI, Kap. 4: „Das Feld von Cormallen“


Weiterführende Seiten


FAQ: Häufige Fragen zu den Ringen der Macht

Wie viele Ringe der Macht gibt es?

Es gibt insgesamt 20 Ringe der Macht: drei Elbenringe, sieben Zwergenringe, neun Menschenringe und den Einen Ring (Herrscherring). Die ersten neunzehn wurden in Eregion von Celebrimbor und den Elben-Schmieden geschmiedet; den Einen Ring schmiedete Sauron heimlich im Schicksalsberg in Mordor.

Wer hat die Ringe der Macht geschmiedet?

Die meisten Ringe wurden von Celebrimbor und den Gwaith-i-Mírdain (Juwelenschmiede Eregions) geschmiedet – unter dem Einfluss und der Anleitung des verkleideten Sauron, der sich Annatar nannte. Die drei Elbenringe (Narya, Nenya, Vilya) wurden von Celebrimbor allein und ohne Saurons Mitwirkung gefertigt. Den Einen Ring schmiedete Sauron selbst.

Was ist der Unterschied zwischen den neun und den sieben Ringen?

Die neun Ringe der Menschen machten ihre Träger abhängig, verlängerten ihr Leben ins Unendliche und verwandelten sie schließlich in die körperlosen Nazgûl. Die sieben Ringe der Zwerge hatten eine geringere Wirkung auf ihre Träger, weil der Wille der Zwerge schwer zu lenken ist. Sie entfachten vor allem eine unstillbare Schatzgier, machten die Zwerge aber nicht zu Sklaven Saurons.

Warum hat Sauron so viel Kraft in den Einen Ring gesteckt?

Sauron brauchte eine überwältigende Kraft im Einen Ring, um die anderen neunzehn Ringe und ihre Träger kontrollieren zu können. Damit ging aber ein erheblicher Teil seiner eigenen Macht und seines Willens in den Ring über – was ihn nach dem Verlust des Rings dauerhaft schwächte. Es war seine größte Stärke und zugleich sein größter Fehler.

Was passierte mit den Ringen, als der Eine vernichtet wurde?

Mit der Vernichtung des Einen Rings im Schicksalsberg verloren alle anderen Ringe ihre Macht. Die drei Elbenringe – die in Bruchtal, Lothlórien und bei Gandalf gewirkt hatten – wurden kraftlos. Ihre Träger Elrond, Galadriel und Gandalf fuhren wenig später von den Grauen Anfurten nach Valinor. Die Neun Ringe der Menschen hatten bis dahin bereits ihren letzten Träger ihrer Macht beraubt; was mit ihnen nach dem Untergang Saurons geschah, überliefert Tolkien nicht.

Was können die drei Elbenringe?

Die drei Elbenringe – Narya (Feuer), Nenya (Wasser), Vilya (Luft) – verliehen ihren Trägern die Fähigkeit, die Wunden der Zeit abzuwehren und Schönheit und Glück zu bewahren. Ihre Wirkung ist nicht Herrschaft über andere, sondern Schutz und Bewahrung. Lothlórien und Bruchtal blieben deshalb während des gesamten Ringkrieges Orte unverminderten Glanzes.

Was macht der Eine Ring mit seinem Träger?

Der Eine Ring verlängert das Leben – aber auf eine quälende Weise. Je länger ein Sterblicher ihn trägt, desto dünner und ausgemergelt wird er, bis er schließlich nur noch im Zwielicht wandelt. Er macht unsichtbar, schärft die Sinne für verborgene Dinge und verleiht dem Träger Macht – aber immer in Abhängigkeit von der Natur des Trägers. Mächtige Menschen werden dadurch korrumpiert; Hobbits widerstehen etwas länger, werden aber ebenfalls langsam vom Ring beherrscht.


Quellen


Hinweis: Infos und Trailer zur Amazon-Serie „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ → zur Serien-Seite