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Gondolin („der verborgene Felsen“) war die geheime Elbenstadt König Turgons im versteckten Tal Tumladen, umgeben von den unüberwindlichen Bergen der Echoriat. Über Jahrhunderte hinweg wusste Morgoth nicht einmal von ihrer Existenz – bis der Verrat Maeglins, Turgons Neffen, die Stadt 510 E.Z. ins Verderben stürzte. Gondolin ist nicht zu verwechseln mit Gondor, dem ganz anderen, viel späteren Königreich des Dritten Zeitalters.

Gondolin im Überblick

AspektAngabe
Name bedeutet„Der verborgene Felsen“ (auch: Ondolindë, „Felsen der Wassermusik“)
Gegründet104 E.Z. von König Turgon, nach 52-jähriger geheimer Bauzeit
LageVerstecktes Tal Tumladen, umschlossen von den Echoriat-Bergen
KönigTurgon, Sohn Fingolfins
MilitärZwölf Adelshäuser (u. a. Haus der Goldenen Blume unter Glorfindel)
Fall510 E.Z., durch Maeglins Verrat an Morgoth
Bekannte ÜberlebendeTuor, Idril Celebrindal, Eärendil (als Kind)

Gründung der versteckten Stadt

Sowohl Finrod Felagund als auch Turgon erhielten unabhängig voneinander im Traum eine Botschaft des Vala Ulmo, sich einen sicheren Zufluchtsort für den Tag zu schaffen, an dem Morgoths Macht über Beleriand hereinbrechen würde. Während Finrod daraufhin Nargothrond gründete, führte Ulmo Turgon ins verborgene Tal Tumladen. Dort ließ Turgon über 52 Jahre heimlich eine Stadt errichten, während sein Volk noch in Nevrast wartete. Im Jahr 104 E.Z. war Gondolin fertiggestellt, und Turgon führte sein Volk hinein – der Zugang wurde anschließend verborgen gehalten.

Die zwölf Häuser Gondolins

Gondolins Streitkräfte gliederten sich in zwölf Adelshäuser, jedes mit eigenem Anführer und eigenem Wappen: das Haus der Schwalbe, des Himmlischen Bogens, der Säule, des Turms aus Schnee, der Goldenen Blume (unter Glorfindel), der Quelle (unter Ecthelion), der Harfe, des Hammers des Zorns und weitere. Oberbefehlshaber über alle Häuser war König Turgon selbst.

→ Mehr dazu: Glorfindel – Elbenfürst aus Gondolin

Tuors Ankunft und Ulmos letzte Warnung

Jahre später sandte Ulmo den Menschen Tuor, Sohn Huors, mit einer letzten Warnung zu Turgon: Die Zeit sei gekommen, Gondolin zu verlassen. Tuor fand mit Hilfe des heimgekehrten Seefahrers Voronwë den Weg in die verborgene Stadt – auf ihrer Reise sahen sie sogar Túrin mit seinem schwarzen Schwert auf dem Weg zu seinem Kampf gegen Glaurung. Doch Turgon, stolz auf die Uneinnehmbarkeit seiner Stadt, ignorierte Ulmos Warnung. Tuor blieb in Gondolin und heiratete Turgons Tochter Idril Celebrindal.

Maeglins Verrat und der Fall Gondolins

Maeglin, Turgons Neffe und Herr der Bergwerke Gondolins, brach heimlich das Gesetz der Stadt und suchte außerhalb der schützenden Berge nach Metallen. Dabei wurde er von Orks gefangen genommen und erkaufte sich sein Leben, indem er Morgoth Lage und Zugänge Gondolins verriet – als Belohnung wurden ihm die Herrschaft über die Stadt und Idril versprochen. Sieben Jahre später, im Jahr 510 E.Z., griff Morgoth mit einem gewaltigen Heer aus Balrogs, Orks, Wölfen und Drachen an.

Die Schlacht um Gondolin gehört zu den verlustreichsten in Tolkiens gesamtem Werk. Ecthelion von der Quelle und Gothmog, der Fürst der Balrogs, erschlugen sich gegenseitig und ertranken gemeinsam im Brunnen vor dem Königspalast. Tuor warf Maeglin von der Stadtmauer, nachdem dieser Idril und Eärendil bedroht hatte. Turgon selbst wurde unter dem Einsturz seines eigenen Turms begraben, den seine Leibwache bis zuletzt verteidigte.

Die Flucht der Überlebenden

Idril hatte vorausschauend einen geheimen Fluchttunnel unter der Stadt anlegen lassen. Durch ihn führten sie und Tuor eine kleine Schar Überlebender aus der brennenden Stadt – darunter ihren kleinen Sohn Eärendil. Am Bergpass Cirith Thoronath wurden sie von Orks überfallen; Glorfindel stürzte dort im Kampf gegen einen Balrog in den Tod. Nur durch das Eingreifen Thorondors und seiner Adler konnten die restlichen Flüchtlinge entkommen und erreichten schließlich die Häfen des Sirion im Süden Beleriands.

→ Mehr dazu: Das Volk der Adler

Warum Gondolin bis heute wichtig ist

Gondolins Fall ist keineswegs nur eine tragische Episode: Aus Tuor und Idrils Flucht überlebte ihr Sohn Eärendil, dessen spätere Fahrt nach Valinor über den Krieg des Zorns entscheidend zum Sieg über Morgoth beitrug. Über Eärendils Sohn Elros führt zudem eine direkte Linie zu den späteren Königen Númenors – und damit letztlich zu Aragorn.

Häufig gestellte Fragen zu Gondolin

Was bedeutet der Name Gondolin?

„Gondolin“ bedeutet auf Sindarin „der verborgene Felsen“. Ein weiterer, seltener genutzter Name ist Ondolindë, „Felsen der Wassermusik“.

Ist Gondolin dasselbe wie Gondor?

Nein, das sind zwei völlig unterschiedliche Orte. Gondolin war eine geheime Elbenstadt im Ersten Zeitalter, die 510 E.Z. unterging. Gondor ist das Menschenreich der Dúnedain im Dritten Zeitalter, gegründet erst Tausende Jahre später.

→ Mehr dazu: Gondor, das Südreich

Wer war der König von Gondolin?

Turgon, Sohn Fingolfins, gründete und regierte Gondolin bis zu ihrem Fall, bei dem er unter seinem einstürzenden Turm starb.

Warum fiel Gondolin?

Wegen des Verrats durch Maeglin, der Morgoth Lage und Zugänge der Stadt verriet, nachdem er von Orks gefangen genommen worden war – verstärkt durch Turgons Hochmut, der Ulmos Warnung ignorierte, die Stadt rechtzeitig zu verlassen.

Wer überlebte den Fall Gondolins?

Unter anderem Tuor, seine Frau Idril Celebrindal und ihr gemeinsamer Sohn Eärendil, die durch einen geheimen Fluchttunnel entkamen.

Gibt es ein eigenes Buch über den Fall Gondolins?

Ja – Der Fall von Gondolin, 2018 von Christopher Tolkien postum herausgegeben und von Alan Lee illustriert, versammelt mehrere Fassungen dieser Geschichte aus verschiedenen Schaffensphasen seines Vaters.

→ Mehr dazu: Der Fall von Gondolin – Tolkiens älteste Geschichte

Buchquellen

  • Das Silmarillion, Kapitel „Von Tuor und dem Fall Gondolins“
  • Der Fall von Gondolin (2018, hrsg. Christopher Tolkien)
  • Das Buch der Verlorenen Geschichten, Teil II

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