Fingolfin, Sohn Finwës und Bruder Fëanors, ist der zweite Hochkönig der Noldor in Mittelerde und der Elb, der die tapferste Einzeltat der Geschichte Mittelerdes vollbrachte: Er ritt allein vor die Tore Angbands, forderte Morgoth zum Zweikampf und verwundete den mächtigsten Bösen der Welt – bevor er fiel.
Steckbrief
| Vollständiger Name | Ñolofinwë Fingolfin (Quenya/Sindarin) |
| Volk | Elb (Noldor) |
| Vater | Finwë, Hochkönig der Noldor |
| Mutter | Indis (zweite Gemahlin Finwës) |
| Halbbruder | Fëanor |
| Kinder | Fingon, Turgon, Aredhel |
| Gestorben | Ca. 455 EZ – im Duell mit Morgoth |
| Titel | Hochkönig der Noldor in Mittelerde |
| Hauptquelle | Das Silmarillion, „Von Fingolfin“ (Kap. 18) |
Fingolfin und Fëanor – der ewige Konflikt
Fingolfin und Fëanor waren Halbbrüder – beide Söhne Finwës, aber von verschiedenen Müttern. Fëanor hasste Fingolfin als Rivalen; Fingolfin respektierte Fëanors Talente, trug aber die Demütigungen mit Würde.
Als Fëanor die Schiffe verbrannte und Fingolfins Volk ohne Überfahrt zurückließ, hätte Fingolfin umkehren oder sich rächen können. Er tat weder das eine noch das andere – er führte sein Volk über das Helcaraxë (das Eisfeld im Norden) zu Fuß nach Mittelerde, in einem der härtesten Märsche der Geschichte.
Als die beiden schließlich wieder aufeinandertrafen, hob Fingolfin sein Schwert gegen Fëanor – dann legte er es nieder. Er verzieh.
Das Duell mit Morgoth (455 EZ)
Nach der verheerenden Dagor Bragollach – der Schlachst des Plötzlichen Feuers, die die noldorischen Reiche zerstörte und Fingolfins Sohn Fingon fast tötete – ritt Fingolfin in einem Anfall von Verzweiflung und Zorn allein nach Angband.
Er blies sein Horn vor den Toren Morgoths Festung und forderte Morgoth zum Einzelkampf.
Morgoth musste kommen – aus Scham würde er nicht. Aber er hatte Angst vor Fingolfin.
Fingolfin erschien vor den Toren Angbands wie ein Stern. Sein Pferd Rochallor schlug mit den Hufen den Boden; kein Feind wagte sich ihm zu nähern.
Das Silmarillion, „Von Fingolfin“
Sie kämpften sieben Mal warf Morgoth seinen gewaltigen Hammer Grond auf Fingolfin – sieben Mal wich Fingolfin aus, sieben Tiefe Gruben schlägt Grond in den Boden. Fingolfin verwundete Morgoth sieben Mal – Blut floss.
Schließlich strauchelte Fingolfin in einer der Gruben. Morgoth trat auf ihn – und Fingolfin rammte sein Schwert in Morgoths Fuß, bevor er starb.
Morgoth humpelte fortan, und der Schmerz seiner Wunden heilte nie. Das war das erste und einzige Mal, dass Morgoth in einem Zweikampf verwundet wurde.
Thorondor, König der Adler, rettete Fingolfins Leib und begrub ihn im Norden.
Weiterführende Seiten
- Inhaltsangabe – Das Silmarillion
- Die Noldor – das Volk Fëanors im Silmarillion
- Fëanor – mächtigster Noldo und Erschaffer der Silmaril
FAQ Fingolfin
Was ist Fingolfins größte Tat?
Fingolfin ritt allein vor die Tore Angbands und forderte Morgoth – den mächtigsten Bösen der Welt – zum Einzelkampf. Er verwundete ihn sieben Mal, bevor er fiel. Es war das tapferste Einzelduell in der Geschichte Mittelerdes.
Wer waren Fingolfins Kinder?
Fingolfins wichtigste Kinder waren Fingon (sein Erbe, späterer Hochkönig der Noldor), Turgon (Erbauer Gondolins) und Aredhel (Schwesterstein).
Quellen
- Tolkien, J.R.R.: Das Silmarillion – „Die Dagor Bragollach“ (Kap. 18); „Von Fingolfin“ (sinngemäße Kapitelbezeichnung für das Duell)