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Arnor und Gondor sind die beiden Exilreiche der Dúnedain, die Elendil und seine Söhne Isildur und Anárion nach dem Untergang Númenors im Jahr 3320 Zweiten Zeitalters gründeten – Arnor im Norden Mittelerdes, Gondor im Süden. Anders als Gondor und Rohan verband beide Reiche keine Bündnis-Vereinbarung im eigentlichen Sinn, sondern Blutsverwandtschaft: Beide Königshäuser gingen auf Elendil zurück. Während Gondor über Jahrtausende bestand, zerfiel Arnor bereits im Dritten Zeitalter und ging schließlich unter – bis Aragorn beide Kronen im Jahr 3019 D.Z. wieder in einer Person vereinte.

Arnor und Gondor im Vergleich

 ArnorGondor
RangRanghöheres Königreich der DúnedainJüngeres Schwesterreich
Gegründet3320 Z.Z. von Elendil3320 Z.Z. von Isildur und Anárion
Erste HauptstadtAnnúminas, später FornostOsgiliath, später Minas Tirith
SchicksalZerfiel 861 D.Z. in drei Reiche, unterging endgültig 1974 D.Z.Bestand durchgehend bis zur Wiedervereinigung
Herrschaftsform (Ringkrieg)Kein König mehr, nur Aragorns Anspruch als ErbeTruchsess (Denethor II.)
Wiedervereinigt3019 D.Z. unter König Elessar (Aragorn)3019 D.Z. unter König Elessar (Aragorn)

Gründung und frühe Geschichte

Arnor, dessen vollständiger Quenya-Name Arnanórë lautet, war das ranghöhere der beiden Dúnedain-Reiche und erstreckte sich in seiner größten Ausdehnung vom Fluss Lhûn bis zum Gwathló. Elendil regierte es als erster König von seiner Hauptstadt Annúminas aus; später wurde Fornost zur bedeutendsten Stadt des Landes. Gondor und Arnor hatten zunächst eng verwandte Herrscher – doch schon der Niedergang der nördlichen Dúnedain begann früh, mit dem Unglück auf den Schwertelfeldern im Jahr 2 des Dritten Zeitalters.

Der Zerfall Arnors

Nach dem Tod König Eärendurs stritten sich dessen Söhne um die Nachfolge, und Arnor zerbrach 861 D.Z. in drei rivalisierende Teilreiche: Arthedain, Rhudaur und Cardolan. Nur in Arthedain setzte sich Isildurs Königslinie fort; in Rhudaur und Cardolan erlosch sie bald. Die Zerstrittenheit der drei Reiche schwächte Arnor entscheidend – eine Gelegenheit, die der Hexenkönig von Angmar nutzte, da er in Arnor ein leichteres Ziel witterte als im damals noch mächtigen Gondor. Rhudaur fiel bald vollständig an Angmar-treue Menschen. Bei den folgenden Kämpfen wurde auch der Wachturm auf dem Amon Sûl (Wetterspitze) zerstört – jener Ort, an dem Frodo später von einem Nazgûl verwundet werden sollte. Cardolan wurde verwüstet; nur mit Círdans Hilfe konnten die Feinde von Fornost und den Nordhöhen zurückgeschlagen werden.

Der Streit um Gondors Krone

Ein zentrales Kapitel der Beziehung beider Reiche: Als Gondors König Ondoher und seine Söhne im Krieg gegen die Wagenfahrer fielen, ohne männliche Erben zu hinterlassen, erhob Arvedui, der letzte König Arnors, Anspruch auf die Krone Gondors – als Nachkomme Isildurs und Ehemann von Ondohers Tochter Fíriel. Gondors Rat lehnte dies jedoch ab:

„Krone und Königswürde von Gondor gehören allein den Erben Meneldils, dem Isildur dieses Reich abgetreten hat. In Gondor gelten zu diesem Erbe nur die Söhne als berechtigt, und wir haben nicht gehört, dass das Recht in Arnor ein anderes ist.“ — Der Herr der Ringe, Anhang A, Teil I, Abschnitt IV (sinngemäß)

Arvedui berief sich dagegen auf das ältere númenórische Recht, wonach auch Töchter erbberechtigt waren, gab seinen Anspruch aber letztlich auf, als der Feldherr Eärnil zum neuen König gekrönt wurde. Eärnil versprach dennoch, Arnor im Notfall beizustehen. Als 1973 D.Z. der Untergang Arthedains drohte, schickte er tatsächlich Schiffe mit Kriegern nach Norden – sie kamen jedoch zu spät: Der Hexenkönig hatte Arthedain bereits vernichtet, Arvedui war tot. Gemeinsam mit Círdan, Truppen aus Lindon und dem verbliebenen Arnor sowie Verstärkung aus Bruchtal unter Glorfindel gelang es Gondors Streitmacht immerhin, den Hexenkönig zurückzuschlagen, bevor er sich nach Mordor zurückzog – wo er später Anführer der Nazgûl wurde.

Die Wiedervereinigung unter Aragorn

Fast tausend Jahre lang blieb Gondor ohne nördliches Schwesterreich, während Arvuduis Nachkommen als Häuptlinge der Dúnedain im Norden überdauerten – zuletzt in Aragorns Vorfahren. Erst mit Aragorns Krönung zu König Elessar im Jahr 3019 D.Z. wurden Arnor und Gondor nach fast tausend Jahren Trennung wieder unter einer Krone vereint.

Häufig gestellte Fragen zu Gondor und Arnor

Was ist der Unterschied zwischen Arnor und Gondor?

Arnor war das ranghöhere Reich im Norden Mittelerdes, gegründet von Elendil selbst; Gondor das jüngere Reich im Süden, gegründet von seinen Söhnen Isildur und Anárion. Arnor zerfiel und unterging im Dritten Zeitalter, Gondor bestand durchgehend – zuletzt unter Truchsessen statt Königen.
→ Mehr dazu: Truchsesse von Gondor

Wann wurden Arnor und Gondor gegründet?

Beide Reiche wurden im Jahr 3320 Zweiten Zeitalters gegründet, als Elendil und seine Söhne nach dem Untergang Númenors nach Mittelerde flohen.

Wer war der letzte König von Arnor?

Arvedui war der letzte König des (bereits geteilten) Arnor-Nachfolgereichs Arthedain. Er erhob erfolglos Anspruch auf Gondors Krone und starb 1974 D.Z., als der Hexenkönig von Angmar Arthedain endgültig zerstörte.

Wer hatte den rechtmäßigeren Anspruch auf Gondors Krone – Arvedui oder Eärnil?

Gondors eigenes Erbrecht ließ nur männliche Nachkommen zu, wodurch Eärnil den Vorzug erhielt. Arvedui berief sich dagegen auf älteres númenórisches Recht, das auch weibliche Erblinien zuließ. Tolkien lässt die Frage letztlich offen als Streitpunkt der Rechtsgelehrten.

Wurden Arnor und Gondor jemals wieder vereint?

Ja – im Jahr 3019 D.Z., als Aragorn als Erbe Isildurs und Anárions unter dem Königsnamen Elessar den Thron beider Reiche gemeinsam bestieg.

Was geschah mit dem Hexenkönig nach dem Fall Arthedains?

Nach der Zerstörung Arthedains wurde er von den vereinten Kräften Gondors, Círdans und Bruchtals unter Glorfindel zurückgeschlagen. Er zog sich daraufhin nach Mordor zurück, wo er später Anführer der Nazgûl und Erzfeind Gondors wurde.
→ Mehr dazu: Glorfindel

Buchquellen

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