Mîm ist der letzte der Klein-Zwerge (Noegyth Nibin), einem eigenständigen, uralten Zwergenvolk Beleriands, das lange vor den Zwergen von Nogrod und Belegost über das Blaue Gebirge nach Westen wanderte. Seine tragische Geschichte verwebt sich eng mit dem Schicksal Túrin Turambars – und sein Sterbefluch trägt maßgeblich zum späteren Untergang Doriaths bei.
Mîm im Überblick
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Volk | Klein-Zwerge (Noegyth Nibin, Sindarin für „winzige Zwerge“) |
| Wohnsitz | Amon Rûdh, später Nargothrond |
| Familie | Zwei Söhne, Khîm und Ibun |
| Bekannteste Rolle | Gastgeber und späterer Verräter Túrins |
| Tod | Erschlagen von Húrin in Nargothrond, 502 E.Z. |
| Vermächtnis | Sein Sterbefluch trifft den Schatz, der später zum Untergang Doriaths führt |
Die Klein-Zwerge: Ein eigenständiges Volk
Anders als die großen Zwergenvölker von Nogrod und Belegost waren die Klein-Zwerge ein früh von den übrigen Zwergen getrenntes, kleiner gewachsenes Volk, das schon lange vor der Ankunft der Noldor heimlich in Beleriand lebte. Da sie keinen Zugang zu Erz und Schmiedekunst mehr hatten, verkümmerten ihre handwerklichen Fähigkeiten, und sie zogen sich in ein heimliches, misstrauisches Leben zurück. Die Sindar, die sie zunächst für Tiere hielten und bejagten, nannten sie später Noegyth Nibin. Die Klein-Zwerge hassten daraufhin alle Elben, besonders die Noldor, denen sie vorwarfen, ihr Land geraubt zu haben – sie hatten einst selbst mit dem Aushöhlen jener Höhlen begonnen, die später zu Nargothrond wurden.
Mîm und Túrin auf Amon Rûdh
Als zur Zeit des Ersten Zeitalters nur noch Mîm und seine beiden Söhne Khîm und Ibun übrig waren, lebten sie zurückgezogen auf dem Hügel Amon Rûdh. Dort gerieten sie in einen Hinterhalt von Túrins Gesetzlosenbande, die die drei Gestalten im Dämmerlicht für Tiere oder Orks hielten und auf sie schossen – Mîms Sohn Khîm wurde dabei tödlich getroffen. Um sein eigenes Leben zu retten, bot Mîm Túrin und seiner Bande Unterschlupf in seiner geheimen Höhlenfestung an. Aus Trauer über Khîms Tod bereute Túrin sein hartes Vorgehen und versprach Mîm eine Entschädigung. Für eine Weile lebten die Gesetzlosen als Gäste in Mîms Halle, bis die Ankunft des Elben Beleg Mîms Eifersucht weckte – er verriet daraufhin Túrins Versteck an Morgoths Orks.
Verrat, Rache und der letzte Klein-Zwerg
Bei dem folgenden Überfall wurde Túrin gefangen genommen, Beleg gefesselt zurückgelassen. Andróg, einer der Gesetzlosen, gelang es jedoch, sich zu befreien und ergriff ein Schwert gegen Mîm, der daraufhin fliehen konnte. Jahre später, nachdem Túrin den Drachen Glaurung erschlagen hatte, kehrte Mîm als letzter seines Volkes nach Nargothrond zurück, das seit Glaurungs Vertreibung verlassen dalag, und nahm dort Besitz von dessen gewaltigem Schatz.
Mîms Tod und sein Fluch
Húrin, Túrins Vater, der nach seiner Freilassung aus Angband durch Morgoths Fluch gezwungen war, das ganze Elend seiner Familie mitzuerleben, traf in Nargothrond auf Mîm und erschlug ihn – ihn zumindest teilweise verantwortlich haltend für das Schicksal seines Sohnes. Mit seinen letzten Atemzügen sprach Mîm einen Fluch über den Schatz aus. Húrin brachte den verfluchten Hort daraufhin nach Doriath und warf ihn König Thingol vor die Füße – ein Ereignis, das über das berühmte Nauglamír (Halsband der Zwerge) letztlich zum gewaltsamen Untergang Doriaths beitrug.
→ Mehr dazu: Húrin, der Standhafte · Túrin Turambar, Meister des Schicksals
Häufig gestellte Fragen zu Mîm
Wer war Mîm?
Mîm war der letzte der Klein-Zwerge (Noegyth Nibin), eines eigenständigen, früh isolierten Zwergenvolkes Beleriands. Er beherbergte zeitweise Túrin Turambar, verriet ihn später aber an Morgoths Orks.
Was sind Klein-Zwerge?
Ein eigenständiges, kleiner gewachsenes Zwergenvolk, das früher als die Zwerge von Nogrod und Belegost nach Beleriand kam, aber durch fehlenden Zugang zu Erz und Schmiedekunst verkümmerte und sich in Heimlichkeit zurückzog.
Warum verriet Mîm Túrin?
Aus Eifersucht: Als der Elb Beleg zu Túrins Gruppe stieß, empfand Mîm dies als Bedrohung seiner Stellung und verriet ihr gemeinsames Versteck an Morgoths Orks.
Wer tötete Mîm?
Húrin, Túrins Vater, erschlug Mîm in Nargothrond, wo dieser sich den verlassenen Drachenschatz angeeignet hatte.
→ Mehr dazu: Húrin, der Standhafte
Was bewirkte Mîms Sterbefluch?
Der verfluchte Schatz, den Húrin nach Doriath brachte, trug über das daraus gefertigte Nauglamír maßgeblich zum späteren gewaltsamen Untergang des Königreichs Doriath bei.
Buchquellen
- Das Silmarillion, Kapitel „Von Túrin Turambar“
- Die Kinder Húrins, Kapitel „Von Mîm dem Zwerg“
- Nachrichten aus Mittelerde, Teil II (Narn i Chîn Húrin)