Húrin, genannt Thalion („der Standhafte“), Fürst von Dor-lómin, gilt als der größte Krieger unter den Menschen des Ersten Zeitalters. Seine Gefangennahme durch Morgoth und der darauffolgende Fluch über seine gesamte Familie stürzten seine Kinder Túrin und Nienor in eines der tragischsten Schicksale der gesamten Mythologie Tolkiens.
Húrin im Überblick
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Beiname | Thalion, „der Standhafte“ |
| Volk | Edain, Haus Hador |
| Titel | 3. Fürst von Dor-lómin |
| Bruder | Huor (Vater Tuors, Großvater Eärendils) |
| Frau | Morwen Edhelwen, aus dem Haus Beor |
| Kinder | Túrin, Urwen (Lalaith), Nienor |
| Bekannteste Tat | Verspottete Morgoth nach 28 Jahren Gefangenschaft ungebrochen |
Herkunft und Jugend
Húrin wurde 442 E.Z. als Sohn Galdors von Dor-lómin geboren und von seinem Onkel Haldir aufgezogen. Anders als für sein Geschlecht üblich, war er von eher kleinem Wuchs, aber goldhaarig, schön von Angesicht und von großer Körperkraft. Bereits mit sechzehn Jahren zog er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Huor – dem späteren Vater Tuors und Großvater Eärendils – als Ork-Jäger aus. Auf dem Rückweg gerieten die Brüder in die verborgene Stadt Gondolin, wo König Turgon sie widerwillig, aber aus Zuneigung ziehen ließ – unter dem Versprechen, die Lage der Stadt niemals zu verraten. Adler brachten sie zurück nach Dor-lómin.
Ehe und Familie
Húrin heiratete Morwen Edhelwen aus dem Haus Beor, eine Verwandte Berens. Das Paar bekam drei Kinder: Túrin (geboren 465 E.Z.), die Tochter Urwen, wegen ihres Lachens Lalaith genannt, die jedoch schon als Kind an einer Seuche starb, und schließlich Nienor („Trauer“), die erst nach Húrins Gefangennahme geboren wurde.
→ Mehr dazu: Túrin Turambar, Meister des Schicksals
Die Nirnaeth Arnoediad und die Gefangennahme
In der Nirnaeth Arnoediad (Schlacht der ungezählten Tränen) diente Húrin als Vasall Fingons und führte die Männer Dor-lómins in die Schlacht. Als das Heer von den Orks überwältigt wurde, kämpfte Húrin bis zuletzt weiter, um Turgons Rückzug nach Gondolin zu decken – bis er schließlich gefangen genommen und zu Morgoth nach Angband gebracht wurde.
Morgoths Fluch
Morgoth verhörte Húrin persönlich, um den verborgenen Ort Gondolins zu erfahren. Húrin jedoch begegnete ihm mit unerschütterlichem Spott und schwieg. Aus Rache verfluchte Morgoth daraufhin Húrins gesamte Familie und zwang ihn, auf einem Hochsitz nahe Thangorodrim sitzend, mit magisch geschärften Augen 28 Jahre lang mit ansehen zu müssen, wie seine Kinder Túrin und Nienor unwissentlich ineinander verliebt heirateten und sich am Ende beide das Leben nahmen, nachdem sie die Wahrheit über ihre Geschwisterschaft erfuhren.
Freilassung und Tod
Nach 28 Jahren ließ Morgoth Húrin frei – in der Gewissheit, dass sein gebrochener Geist noch mehr Unheil über die Überlebenden seiner Familie bringen würde. Húrin tötete zunächst Mîm, den letzten Klein-Zwerg, der sich in Nargothronds verlassenem Schatz niedergelassen hatte, und überbrachte den verfluchten Hort schließlich König Thingol in Doriath – ein Akt, der über das Nauglamír später zum gewaltsamen Untergang Doriaths beitrug.
→ Mehr dazu: Mîm, der letzte Klein-Zwerg
Häufig gestellte Fragen zu Húrin
Wer war Húrin?
Húrin Thalion war Fürst von Dor-lómin und der größte Krieger der Menschen im Ersten Zeitalter – bekannt vor allem für seine Standhaftigkeit gegenüber Morgoth und den Fluch, der seine Familie ins Verderben stürzte.
Wer waren Húrins Kinder?
Drei: Túrin Turambar, die früh verstorbene Tochter Urwen (genannt Lalaith) und Nienor, die erst nach Húrins Gefangennahme geboren wurde.
→ Mehr dazu: Túrin Turambar, Meister des Schicksals
Wer war Húrins Bruder?
Huor, Vater Tuors und damit Großvater Eärendils des Seefahrers.
→ Mehr dazu: Stammbaum Haus Finwë
Was ist „Die Kinder Húrins“?
Ein eigenständiges Buch (2007, hrsg. von Christopher Tolkien), das die vollständige, tragische Geschichte Túrins und Nienors erzählt – die „Narn i Chîn Húrin“ („Erzählung der Kinder Húrins“).
Warum verfluchte Morgoth Húrins Familie?
Weil Húrin sich weigerte, ihm den Standort Gondolins zu verraten und ihn stattdessen offen verspottete – aus Rache zwang Morgoth ihn, das Leid seiner Kinder über Jahrzehnte hinweg mitansehen zu müssen.
Wo liegt Dor-lómin?
Ein Landstrich im Nordwesten Beleriands, dessen Fürst Húrin war – seine Heimat, bevor er in der Nirnaeth Arnoediad gefangen genommen wurde.
Buchquellen
- Das Silmarillion, Kapitel „Von Túrin Turambar“
- Die Kinder Húrins (Narn i Chîn Húrin), vollständige Erzählung
- Nachrichten aus Mittelerde, Teil II