Curufinwë Fëanáro – bekannt als Fëanor – ist der mächtigste und begabteste Elb, der je lebte: Sohn des Hochkönigs Finwë, Meister der Schmiedekunst, Erschaffer der Silmaril (der drei größten Juwele der Welt) und der Tengwar-Schrift. Sein Eid – geschworen im Zorn nach Morgoths Diebstahl der Silmaril – ist der verhängnisvollste Schwur in der Geschichte Mittelerdes und bestimmt das gesamte Erste Zeitalter. Fëanor starb kurz nach seiner Ankunft in Mittelerde – aber sein Geist brannte so heiß, dass er seinen Körper von innen versengte.
Steckbrief
| Vollständiger Name | Curufinwë Fëanáro (Quenya) |
| Volk | Elb (Noldor) |
| Vater | Finwë, Hochkönig der Noldor |
| Mutter | Míriel Þerindë (starb bei Fëanors Geburt) |
| Stiefmutter | Indis (Finwës zweite Gemahlin) |
| Ehefrau | Nerdanel |
| Söhne | Maedhros, Maglor, Celegorm, Caranthir, Curufin, Amrod, Amras – sieben Söhne |
| Gestorben | Lothlann, kurz nach Ankunft in Mittelerde (EZ) |
| Bedeutendste Werke | Die drei Silmaril; die Tengwar-Schrift; möglicherweise die Palantíri |
| Hauptquelle | Das Silmarillion, „Von Fëanor und der Entfesselung Morgoths“ (Kap. 6–9) |
Namen und Bedeutung
| Name | Sprache | Bedeutung |
|---|---|---|
| Fëanáro | Quenya | „Geist des Feuers“ (fëa = Geist, nár = Feuer) |
| Fëanor | Sindarisierte Form | Bekannte Form des Namens in den veröffentlichten Texten |
| Curufinwë | Quenya | Eigenname: „Listiger Finwë“ (curvo = listig, geschickt) |
| Maitimo | Spitzname | „Gut geformter“ – Kosename in der Familie |
Herkunft: Kind des Geistes
Fëanors Mutter Míriel Þerindë war eine der begabtesten Weberinnen Valinors – und sie gab bei Fëanors Geburt so viel ihres Lebensgeistes, dass sie danach in die Hallen des Mandos ging und nie zurückkehrte. Tolkien beschreibt das als das erste unnatürliche Sterben in Valinor – eine Entscheidung, die alles Folgende beeinflusste.
Fëanor wuchs ohne Mutter auf. Sein Vater Finwë heiratete ein zweites Mal – Indis – und bekam Halbbrüder: Fingolfin und Finarfin. Fëanor akzeptierte sie nie wirklich. Er sah in Fingolfin einen Rivalen und hasste Indis für die Wiederheirat seines Vaters.
Diese frühe Zerrissenheit ist der Keim des späteren Unheils.
Die drei Silmaril – Fëanors Meisterwerk
Die größte Leistung Fëanors war die Erschaffung der drei Silmaril – Juwele von außerordentlicher Schönheit und Kraft, die das Licht der Zwei Bäume (Laurelin und Telperion) für immer einfingen. Kein späteres Werk hat sie je überroffen.
Und die Schönheit der Silmaril war eine Freude für Valar und Elben, und sie wurden zu einem Heiligen Schatz; und kein Böses konnte das Licht berühren, das in ihnen lebte, denn Manwë und Varda segneten sie.
Das Silmarillion, „Von den Silmaril und der Unruhe der Noldor“
Die Silmaril waren nicht nur schön – sie waren heilig. Jedes böse Wesen, das sie berührte, brannte. Nur die Reinen konnten sie tragen.
Fëanor weigerte sich, die Silmaril herzugeben – nicht einmal für die Valar. Diese Weigerung wurde verhängnisvoll.
Die Tengwar – Fëanors zweites Werk
Fëanor erschuf auch die Tengwar – das Schriftsystem, das noch im Dritten Zeitalter verwendet wird: für Quenya, für Sindarin und für viele andere Sprachen. Die Tengwar basieren auf einem System von Stämmen und Bögen, bei dem die Form eines Zeichens seinen Klang beschreibt.
Neben den Tengwar entwickelte er auch verbesserte Schriftzeichen für die Cirth-Runen.
Der Verrat Morgoths und der Eid Fëanors
Morgoth erschlug Finwë, raubte die Silmaril und vergiftete die Zwei Bäume. Als Fëanor von Finwës Tod erfuhr – seinem Vater, dem er nie wirklich verzeihen konnte, den er aber dennoch geliebt hatte – brach in ihm etwas auf.
Er schwor den verhängnisvollsten Eid der Geschichte, gemeinsam mit seinen sieben Söhnen:
Und Fëanor erhob die Hand zum ewigen Schwur, und seine Söhne mit ihm. Fürchterlich war dieser Eid. Sie schworen beim Namen selbst Ilúvatars, indem sie Manwë und Varda und den Heiligen Berg zu Zeugen anriefen. Sie schworen, niemandem, weder Elf noch Mensch noch Maia, zuzulassen, die Silmaril zu besitzen oder zu nehmen – Feinde und Freunde gleich –, jeden Besitzer zu verfolgen bis in den Tod, wenn er nicht gehorchte.
Das Silmarillion, „Von der Flucht der Noldor“
Dieser Eid band Fëanors Söhne für Jahrtausende. Er zwang sie zu Verbrechen, die sie selbst hassten. Er zerstörte Doriath, er zerstörte die Häfen von Sirion, er kostete fast alle von ihnen das Leben.
Erster Bruderkrieg: Das Schiff-Massaker von Alqualondë
In der Wut verließ Fëanor Valinor – aber er brauchte Schiffe, um nach Mittelerde zu gelangen. Die Teleri, die an den Häfen von Alqualondë lebten, wollten ihre Schiffe nicht geben. Was dann geschah, war das erste Massaker unter Elben:
Die Noldor erschlugen viele Teleri und bemächtigten sich ihrer Schiffe. Das war die erste Tat von Elb gegen Elb in Arda – das erste Bruderblut.
Das Silmarillion, „Von der Flucht der Noldor“
Dafür wurden die Noldor von den Valar verflucht: der Fluch des Mandos. Er folgte Fëanors Söhnen bis zum Ende.
Tod in Lothlann
Fëanor landete in Mittelerde und kämpfte sofort. Im ersten Kampf gegen Morgoths Heere – der Dagor-nuin-Giliath (Schlachst jenseits des Mondes) – trieb er die feindlichen Orks weit zurück. Aber er war zu kühn: Er stürmte zu weit vor und wurde von Balrogs eingekreist.
Auch sie konnten ihn nicht töten – aber er war bereits so von seinem inneren Feuer verbrannt, dass er erlosch:
Als seine Gefährten zu ihm kamen, sahen sie, dass er noch lebte, aber er sprach nicht mehr und seine Augen brannten wie Kohlen. Und als er schließlich starb, war sein Körper so heiß, dass er in Flammen aufging.
Sein Geist fuhr in die Hallen des Mandos – und der Valar Mandos sagte voraus, dass Fëanor nie wieder in einem Körper wiedergeboren würde, bis zur Erneuerung der Welt.
Fëanors Erbe
Fëanor starb früh, aber sein Eid, seine Söhne und seine Werke lebten fort und prägten das gesamte Erste Zeitalter:
- Sieben Söhne, die den Eid umsetzten und dabei immer tiefer in Verbrechen gerieten
- Die Tengwar, die bis ins Dritte Zeitalter und darüber hinaus benutzt werden
- Die Silmaril, um die das gesamte Erste Zeitalter kreist
Fëanor ist Tolkiens monumentale Figur der Hybris: größtes Talent, größter Stolz, größter Fall.
Weiterführende Seiten
- Inhaltsangabe – Das Silmarillion
- Tolkiens Sprachen – Quenya, Sindarin und Tengwar
- Celebrimbor – Schmied der Ringe der Macht
- Die Zeitalter Mittelerdes – Chronologie im Überblick
FAQ: Häufige Fragen zu Fëanor
Wer ist Fëanor?
Fëanor ist der mächtigste und begabteste Elb, der je lebte – Sohn des Hochkönigs Finwë und Erschaffer der drei Silmaril. Er erfand auch die Tengwar-Schrift. Sein furchtbarer Eid nach Morgoths Diebstahl der Silmaril bestimmt das gesamte Erste Zeitalter.
Was sind die Silmaril?
Die Silmaril sind drei Juwele, die Fëanor schmiedete und in die er das Licht der Zwei Bäume von Valinor einfing. Sie sind das schönste und heiligste Objekt in der Geschichte Mittelerdes. Kein böses Wesen kann sie berühren, ohne zu brennen. Morgoth stahl sie und trug sie in seiner Krone – was den gesamten Silmaril-Krieg des Ersten Zeitalters auslöste.
Was ist der Eid Fëanors?
Fëanors Eid (geschworen gemeinsam mit seinen sieben Söhnen) verpflichtete sie, die Silmaril mit allen Mitteln zurückzugewinnen – von jedem, der sie besitzt, koste es was es wolle. Dieser Eid zwang Fëanors Söhne zu immer schlimmeren Verbrechen, auch gegen Unschuldige, und ist Tolkiens dramatischstes Beispiel für die Zerstörungskraft eines unbeherrschten Schwures.
Hat Fëanor die Tengwar erfunden?
Ja. Fëanor erschuf die Tengwar – das elegante Elbenschriftsystem, das von Valinor bis ins Dritte Zeitalter und darüber hinaus verwendet wurde. Die Tengwar sind nicht auf eine Sprache beschränkt, sondern können für jede Sprache verwendet werden; Tolkien selbst schrieb auf Englisch in Tengwar.
Quellen
- Tolkien, J.R.R.: Das Silmarillion – „Von Fëanor und der Entfesselung Morgoths“ (Kap. 6–7); „Von den Silmaril und der Unruhe der Noldor“ (Kap. 7); „Von der Flucht der Noldor“ (Kap. 9)
- Tolkien, J.R.R.: Der Herr der Ringe, Anhang F: „Von den Elben“ (Tengwar)
- Tolkien, J.R.R.: Die Geschichte Mittelerdes, Band 10 (Morgoth’s Ring) – posthume Texte zu Fëanor