Tauche ein in die Welt von Mittelerde

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Tolkien beschreibt in seinen Büchern nicht nur Kriege und Königreiche, sondern auch mit spürbarer Liebe zum Detail, was seine Völker essen und trinken – von den sechs Mahlzeiten der Hobbits über das Elbenbrot Lembas bis zu Beorns Honigkuchen. Diese Seite gibt einen Überblick über die Ess- und Trinkgewohnheiten aller wichtigen Völker Mittelerdes.

Essen und Trinken im Überblick

VolkBekannteste Gewohnheiten, Speisen und Getränke
HobbitsSechs Mahlzeiten täglich, Pilze, Bier, Pfeifenkraut, Kuchen
ElbenLembas (Weglembrot), Miruvor, Wein
ZwergeDeftige Kost, Bier, Cram
MenschenBrot, Fleisch, Wein (je nach Region unterschiedlich)
EntsDer Ent-Trunk (Enttrunk)

Hobbits: Sechs Mahlzeiten und die Liebe zu Pilzen

Hobbits sind für ihre Liebe zum Essen berühmt – ihre Norm sind sechs Mahlzeiten täglich: Frühstück, Zweites Frühstück, Elfuhrtee, Mittagessen, Nachmittagstee und Abendessen, dazu gerne noch ein spätes Nachtmahl. Tolkien beschrieb sich selbst augenzwinkernd als Hobbit in diesem Punkt: Er möge „gutbürgerliche“ Küche und verabscheue alles Aufwendige.

Eine besondere Delikatesse der Hobbits sind PilzeFrodo handelte sich deswegen sogar eine Tracht Prügel von Bauer Maggot ein, als er dessen Felder plünderte. Zu Bilbos berühmtem „Unerwarteten Fest“ zu Beginn von Der Hobbit gehören unter anderem Sahnetörtchen und Kuchen sowie reichlich Bier und Wein, die die Zwerge in Beutelsend regelrecht plündern:

Immer wieder klopfte es. Bier war ausgelaufen, und ein Fass Portwein war leer. — Der Hobbit, Kapitel 1 „Eine unerwartete Gesellschaft“

Das Auenland ist zudem für seinen Bierbrau- und Weinbautradition bekannt: Der „Alte Wingert“, ein kräftiger Rotwein aus dem Südviertel, war bei den Hobbits sehr geschätzt – Bilbo schenkte davon bei seinem Abschiedsfest aus, und Frodo trank ihn gemeinsam mit Fredegar Bolger, Folko Boffin, Pippin und Merry. Auch das Pfeifenkraut, das die Hobbits rauchen, gilt als eine ihrer bekanntesten kulinarischen Eigenheiten.

→ Mehr dazu: Die Olvar – Die Pflanzenwelt Mittelerdes

Sams Kaninchenragout

Eine der bekanntesten Essens-Szenen des ganzen Buches ist Sams Zubereitung eines Kaninchenragouts in Ithilien – inklusive seiner berühmten Debatte mit Gollum über Kartoffeln, die Sam in seinem Hobbit-Dialekt als „Tüften“ bezeichnet, was Gollum zunächst völlig ratlos zurücklässt:

„Was würde ich für ein paar Tüften und ein Stück gebackenen Fisch geben!“ – „Was sind Tüften, Schatz?“, fragt Gollum verwirrt zurück, worauf Sam ihm erklärt, dass man sie brät, stampft oder in die Suppe tut. — Der Herr der Ringe, Die zwei Türme, Kapitel „Von Kräutern und Kaninchenpfeffer“

Kleine Übersetzungs-Randnotiz: „Tüften“ ist der Ausdruck, den sowohl die ältere Buchübersetzung von Margaret Carroux als auch der Kinofilm verwenden. In der jüngeren Übersetzung von Wolfgang Krege heißt es dagegen „Knollen“ – ein bis heute unter Fans gern diskutierter Unterschied zwischen beiden deutschen Fassungen.

Elben: Lembas, Miruvor und der Wein des Düsterwalds

Die Elben gelten als besonders wählerische und feine Genießer. Bei Frodos Begegnung mit Gildors Elbengruppe erhalten die Hobbits Brot, „köstlicher als ein frischer weißer Laib“, und Früchte, „süß wie wilde Beeren, doch würziger als Gartenobst“.

Lembas (Weglembrot)

Lembas, das Weglembrot der Elben, wird nach Robert Fosters Mittelerde-Lexikon aus einem Korn bereitet, das die Eldar bei der Großen Wanderung von den Valar erhielten. Es ist eine Art sehr nahrhafter, dünner Keks – außen braun gebacken, innen cremig weiß –, in Mallornblätter gewickelt, damit er frisch bleibt. Ein einziger Keks kann einem erwachsenen Mann für einen ganzen Tag Kraft geben. Gimli bezeichnete es sogar als schmackhafter als die Honigkuchen der Beorninger.

Miruvor

Ein weiteres besonderes Elbengetränk ist Miruvor, ein von Elrond in Bruchtal hergestellter, wärmender Kräuterlikör. Als die Gemeinschaft des Ringes beim Versuch, den Caradhras zu überqueren, in einem tödlichen Schneesturm festsitzt, teilt Gandalf einen Schluck Miruvor an jeden aus, der neue Kraft und Wärme spendet.

Der Wein des Düsterwalds

Auch im Hobbit wird deutlich, dass die Elben – zumindest die Waldelben des Düsterwalds – guten Wein schätzen. Bei ihrem Waldfest, auf das Bilbo unbemerkt stößt, trinken sie so viel Wein, dass sie in tiefen Schlaf sinken, während Bilbo selbst vom starken, unverdünnten Wein des Königs benommen wird:

Er hatte noch nie zuvor etwas Ähnliches getrunken, denn dieser Wein war stark und ungewässert, wie König Thranduil ihn liebte. — Der Hobbit, Kapitel 8 „Fliegen und Spinnen“

Zwerge: Deftig, viel und ohne große Umstände

Über die Ess- und Trinkgewohnheiten der Zwerge ist vergleichsweise wenig überliefert – am aufschlussreichsten ist Thorins Gesellschaft bei ihrem unangemeldeten Besuch in Beutelsend, wo sie mit großem Appetit so ziemlich alles verspeisen, was Bilbo im Haus hat. Insgesamt scheinen Zwerge ähnliche Essgewohnheiten wie Hobbits zu haben, jedoch ohne deren Verfeinerung – deftig, reichlich und praktisch. Auf Reisen führen sie Cram mit sich, ein hartes, nahrhaftes, aber wenig schmackhaftes Reisebrot, das dem Lembas der Elben ähnelt, geschmacklich aber deutlich unterlegen ist.

Menschen: Von Beorns Honigkuchen bis zum Bier von Bree

Über die Essgewohnheiten der Menschen ist ebenfalls wenig im Detail bekannt – vermutlich ähneln sie in etwa denen der Hobbits, wenn auch bescheidener. Eine der eindrücklichsten Essensszenen des gesamten Werks findet sich bei Beorn, dem Bärenmenschen, der Thorins Gesellschaft mit einem üppigen Festmahl aus Honig, Sahne, Brot und Butter bewirtet, während seine Tiere selbstständig den Tisch decken. In Bree wiederum betreibt Gasthaus-Wirt Barliman Butterbur den Krug und Ampfer, dessen Bier bei Hobbits und Menschen gleichermaßen beliebt ist – Bilbo selbst erinnerte sich noch Jahre später gerne daran. Die Rohirrim in der Goldenen Halle Meduseld bewirten ihre Gäste mit Fleisch und Met, gemäß ihrer Tradition als Reitervolk.

Ents: Der Ent-Trunk

Die Nahrung der Ents unterscheidet sich fundamental von der aller anderen Völker: Sie ernähren sich vom Enttrunk, einem nahrhaften, schwach alkoholischen Getränk, das in großen Kübeln in den Enthäusern aufbewahrt wird. Als Merry und Pippin davon trinken, werden sie spürbar größer und ihr Haar noch lockiger.

→ Mehr dazu: Ents und Huorns – Die Hüter der Olvar

Häufig gestellte Fragen zu Essen und Trinken in Mittelerde

Wie viele Mahlzeiten essen Hobbits am Tag?

Die Norm sind sechs Mahlzeiten: Frühstück, Zweites Frühstück, Elfuhrtee, Mittagessen, Nachmittagstee und Abendessen – oft ergänzt um ein spätes Nachtmahl.

Was ist Lembas?

Das Weglembrot der Elben – ein sehr nahrhafter, in Mallornblätter gewickelter Keks, der einem Menschen für einen ganzen Tag Kraft geben kann.

Was ist Miruvor?

Ein wärmender Kräuterlikör der Elben aus Bruchtal, hergestellt von Elrond, der neue Kraft spendet – die Gemeinschaft des Ringes trinkt ihn während des Schneesturms auf dem Caradhras.

Was ist der Unterschied zwischen Lembas und Cram?

Beides sind nahrhafte Reisebrote, doch Lembas (Elben) gilt als deutlich schmackhafter als Cram, das härtere und geschmacklich einfachere Reiseproviant der Zwerge und Menschen.

Was essen die Ents?

Ents ernähren sich vom Enttrunk, einem nahrhaften, schwach alkoholischen Getränk, das ihr Wachstum fördert und sogar Hobbits größer werden lässt.

→ Mehr dazu: Ents und Huorns – Die Hüter der Olvar

Welches Essen bekommt Bilbo bei Beorn?

Honig, Sahne, Brot und Butter – Beorn bewirtet Thorins Gesellschaft mit einem üppigen Festmahl, während seine Tiere eigenständig den Tisch decken.

Buchquellen

  • Der Hobbit, Kapitel 1, 7 und 8
  • Der Herr der Ringe, Buch I, Kapitel „Ein langerwartetes Fest“; Buch II, Kapitel „Der Rothornpass“; Buch IV, Kapitel „Von Kräutern und Kaninchenpfeffer“
  • Robert Foster: Das große Mittelerde-Lexikon (Sekundärliteratur, Lembas-Herkunft)

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