Osgiliath, die „Festung der Sterne“, war die erste und über Jahrhunderte bedeutendste Hauptstadt Gondors – erbaut beiderseits des Anduin, mit einer prächtigen Steinbrücke, die beide Stadthälften verband. Nach einer verheerenden Pest im 17. Jahrhundert Dritten Zeitalters verlor sie ihre Rolle als Hauptstadt und wurde im Ringkrieg zum hart umkämpften Vorposten zwischen Gondor und Mordor.
Osgiliath im Überblick
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Name bedeutet | „Festung der Sterne“ |
| Gegründet | 3320 Z.Z. von Isildur und Anárion |
| Lage | Beiderseits des Anduin, zwischen Minas Anor und Minas Ithil |
| Hauptstadt bis | 1640 D.Z. (Verlegung nach Minas Anor) |
| Grund des Niedergangs | Große Pest 1636 D.Z., spätere Bürgerkriege |
| Rolle im Ringkrieg | Umkämpfter Vorposten, von Faramirs Truppen verteidigt |
Gründung und Blütezeit
Osgiliath wurde 3320 Z.Z. gemeinsam von Isildur und Anárion als gemeinsame Hauptstadt des jungen Königreichs Gondor gegründet – ein bewusstes Symbol der Einheit zwischen den beiden Brüdern, die das Reich gemeinsam regierten. Über die Steinbrücke, die beide Ufer des Anduin verband, floss über Jahrhunderte der Handel und die Verwaltung des gesamten Reiches. In der Stadt wurde auch einer der sieben Palantíri aufbewahrt, mit dem die Könige über weite Entfernungen kommunizieren konnten.
Niedergang: Pest und Bürgerkrieg
Osgiliaths Niedergang begann mit der Großen Pest im Jahr 1636 D.Z., die weite Teile der Bevölkerung Gondors dahinraffte und die Stadt besonders hart traf. König Tarondor verlegte den Königssitz daraufhin 1640 D.Z. dauerhaft nach Minas Anor (dem späteren Minas Tirith). Osgiliath blieb zwar bewohnt und strategisch bedeutsam, verlor jedoch endgültig seinen Rang als Hauptstadt. Während des Sippenstreits im 15. Jahrhundert wurde die Stadt zudem schwer beschädigt, als Eldacar sie dem Usurpator Castamir entriss – seither lag ein Großteil Osgiliaths in Trümmern, einschließlich der einst prächtigen Brücke.
Osgiliath im Ringkrieg
Auch als Ruinenstadt blieb Osgiliath von großer strategischer Bedeutung: Sie bildete die letzte Verteidigungslinie Gondors östlich des Anduin, unmittelbar gegenüber von Ithilien und damit Mordor am nächsten. Boromir und Faramir verteidigten die Stadt gemeinsam mit ihren Truppen gegen wiederholte Angriffe Saurons. Kurz vor der Belagerung Minas Tiriths eroberten Saurons Truppen Osgiliath endgültig; Faramir wurde bei dem verzweifelten Rückzugsversuch schwer verwundet, was seinen Vater Denethor in tiefe Verzweiflung stürzte.
→ Mehr dazu: Faramir – Boromirs Bruder, Hauptmann von Ithilien und Fürst von Gondor
Häufig gestellte Fragen zu Osgiliath
War Osgiliath die erste Hauptstadt Gondors?
Ja – die Stadt war von der Gründung Gondors 3320 Z.Z. bis 1640 D.Z. die Hauptstadt, bevor der Königssitz nach Minas Anor (Minas Tirith) verlegt wurde.
Warum verlor Osgiliath seinen Status als Hauptstadt?
Wegen der Großen Pest von 1636 D.Z., die die Stadt schwer traf, sowie späterer Zerstörungen im Sippenstreit – König Tarondor verlegte die Hauptstadt daraufhin dauerhaft nach Minas Anor.
→ Mehr dazu: Minas Tirith – Die Weiße Stadt Gondors
Wer verteidigte Osgiliath im Ringkrieg?
Boromir und sein Bruder Faramir, die als Hauptleute Gondors die Stadt wiederholt gegen Saurons Truppen verteidigten, bevor sie kurz vor der Belagerung Minas Tiriths endgültig verloren ging.
→ Mehr dazu: Boromir – Held und Gefallener aus Gondor
Was bedeutet der Name Osgiliath?
„Festung der Sterne“ – ein Hinweis auf einen der sieben Palantíri, die dort einst aufbewahrt wurden.
Buchquellen
- Der Herr der Ringe, Anhang A, Teil I, Abschnitt IV
- Der Herr der Ringe, Buch IV, Kapitel „Die Fenster nach Westen“
- Der Herr der Ringe, Buch V, Kapitel „Die Belagerung von Gondor“