Thranduil (Sindarin: „lebhafter Frühling“, aus tharan = lebhaft und tuil = Frühling) ist der König des Waldlandreichs im nördlichen Düsterwald in J.R.R. Tolkiens Mittelerde. Er ist ein Sindar-Elb – ein Grauelf aus der Zeit des Ersten Zeitalters – und der Vater von Legolas Grünblatt, dem Mitglied der Gemeinschaft des Rings. Im Hobbit spielt er als Elbenkönig, der Thorin Eichenschild und die Zwerge gefangen hält, eine zentrale Rolle. Im Herrn der Ringe kämpft sein Waldreich im Ringkrieg, während Legolas im Süden kämpft.
Wer ist der Elbenkönig im Herrn der Ringe und im Hobbit?
Der Elbenkönig in Tolkiens Werken ist Thranduil – König der Waldelben im nördlichen Düsterwald. Er ist damit der herausragende „Elbenkönig“ sowohl in Der Hobbit als auch im weiteren Mittelerde-Universum.
Im Hobbit (1937) tritt Thranduil als der Elbenkönig auf, der Thorin Eichenschild und die zwölf Zwerge in seinen Hallen am Waldfluss gefangen hält. Er ist eine der zentralen Figuren des Romans.
Im Herrn der Ringe (1954/55) tritt Thranduil selbst nicht als handelnde Figur in der Haupthandlung auf, spielt aber eine bedeutende Rolle im Hintergrund: Er gibt Gollum in Gewahrsam, verliert ihn, schickt Legolas nach Bruchtal – und sein Reich führt im Ringkrieg die Schlacht unter den Bäumen.
Thranduils Herkunft – Sindar aus Doriath
Thranduil ist ein Sindar-Elb (Grauelf) – kein Waldelb von Geburt, sondern ein Elb der älteren, aus Doriath stammenden Linie. Sein Vater Oropher war ein Sindar-Fürst, der wahrscheinlich aus Doriath stammte – jenem legendären Elbenreich des Ersten Zeitalters unter König Thingol, das durch Melianschen Zauber verborgen war.
Thranduils unterirdischer Palast am Waldfluss des Düsterwalds war kein Zufall: Er war bewusst als Nachbildung von Menegroth, der Tausend Höhlen Doriaths, gestaltet. Oropher und Thranduil trugen die Erinnerung an Doriath in die neue Welt.
Wann genau Thranduil geboren wurde, nennt Tolkien nicht. Als Sindar-Elb der ersten Generation ist er alt – uralt nach menschlichen Maßstäben. Er lebte das gesamte Erste Zeitalter und ist zur Zeit des Ringkriegs weit über dreitausend Jahre alt.
Familie auf einen Blick
| Verwandtschaft | Person |
|---|---|
| Vater | Oropher, erster König des Waldlandreichs |
| Großvater | Unbekannt (wahrscheinlich aus Doriath) |
| Sohn | Legolas Grünblatt, Mitglied der Gemeinschaft des Rings |
| Verwandter | Celeborn (über Oropher; Sindar-Verbindung) |
| Ehefrau | Nicht namentlich genannt; Tolkien gibt keinen Namen |
Was bedeutet der Name Thranduil?
Der Name Thranduil ist Sindarin und wird von Tolkien-Gelehrten als Zusammensetzung aus zwei Elementen verstanden:
- tharan = „lebhaft“, „kräftig“, „lebensvoll“
- tuil = „Frühling“
Der Name bedeutet demnach sinngemäß „lebhafter Frühling“ oder „lebensvoller Quell“ – ein Name, der die Natur seines Waldreiches und seines Charakters widerspiegelt. Tolkien selbst hat die Etymologie in seinen veröffentlichten Texten nicht explizit erklärt; diese Ableitung ist die am weitesten anerkannte in der Tolkien-Forschung.
Thranduils Reich – Das Waldlandreich im Düsterwald
Das Waldlandreich (Eryn Galen = Großer Grünwald, später Taur-e-Ndaedelos = Düsterwald) war eines der ältesten bestehenden Elbenreiche Mittelerdes im Dritten Zeitalter. Sein Mittelpunkt waren Thranduils Hallen – ein unterirdischer Palast, in den Fels des Waldbodens gehauen, am östlichen Ufer des Nachtwaldfluss (Forest River).
Tolkien beschreibt die Hallen im Hobbit (Kapitel 9) als eindrucksvolle, leuchtende Höhlenräume:
„Die Hallen des Elbenkönigs lagen nicht weitab von der Stelle, wo einst die große Höhle Mengroths gelegen hatte, von der Thingol und Melian in alten Zeiten geherrscht hatten.“ — Der Hobbit, Kapitel 9 „Fässer aus dem Keller“ (sinngemäß nach der deutschen Ausgabe)
Thranduil herrschte über die Tawarwaith – die Waldelben des Düsterwalds. Diese waren überwiegend keine Sindar wie Thranduil selbst, sondern Nandor (Waldleute) und Avari – Elben, die noch weiter östlich lebten und nie nach Valinor aufgebrochen waren. Thranduils Vater Oropher hatte die Führung über diese Waldelben übernommen, und Thranduil folgte ihm darin.
Thranduils Charakter und Eigenheiten
Thranduil ist ein stolzer, zurückhaltender König mit einer ausgeprägten Unabhängigkeit. Tolkien beschreibt ihn in den Nachrichten aus Mittelerde als jemanden, der bewusst auf Distanz zu den anderen Elbenreichen – Bruchtal und Lórien – blieb, auch wenn er mit Celeborn verwandt war. Zur Noldo-Elbin Galadriel pflegte er keine gute Beziehung.
Er ließ sich am liebsten als „König unter Eiche und Buche“ anreden – eine bewusste Stichelei gegen Lóriens Mallorn-Bäume, die er als exotische Fremdgewächse betrachtete. Auf Zwerge war er grundsätzlich schlecht zu sprechen – ein Vorurteil mit historischen Wurzeln (Kriege zwischen Waldelben und Zwergen) und einer der Gründe für Thorins Verhaftung.
Thranduil und der Letzte Bund – Das Trauma der Dagorlad
Am Ende des Zweiten Zeitalters (3.434 Z.Z.) schloss sich Thranduil dem Letzten Bund von Elben und Menschen an – dem großen Kriegszug gegen Sauron. Er und sein Vater Oropher führten ein Heer der Waldelben, das sich mit einem kleineren Kontingent aus Lórien vereinigte.
Doch Oropher und Thranduil wollten sich nicht unter den Oberbefehl Gil-galads stellen – sie wollten eigenständig kämpfen. In der Schlacht auf der Dagorlad (der großen Ebene vor Mordor) griffen sie zu früh und ohne Absprache an. Das Ergebnis war verheerend: Oropher fiel, und zwei Drittel von Thranduils Heer wurden vernichtet.
Thranduil kehrte mit weniger als einem Drittel seiner Krieger nach Hause zurück. Die Niederlage prägte ihn tief: Er trug den Blick des Morgenrots über Mordors Schlachtfeldern sein Leben lang in sich. Wenn er nach Osten blickte, sah er die Schatten der Dagorlad. Dieses Trauma – und das Misstrauen gegenüber dem Kommando anderer Elbenherrscher – erklären seine spätere Isolation.
Thranduil im Hobbit – Der Elbenkönig
Im Spätsommer 2941 D.Z. irrten die Zwerge Thorin Eichenschilds, erschöpft und ausgehungert, durch den Düsterwald. Als sie mehrfach Gelage der Waldelben störten, wurden sie einer nach dem anderen gefangen genommen. Zuletzt stand Thorin vor Thranduils Thron.
Der Elbenkönig verlangte zu wissen, wohin die Zwerge auf dem Weg seien. Thorin schwieg – er wusste von Thranduils Vorliebe für Schätze und misstraute ihm. Thranduil ließ ihn in einem der tiefsten Kerker einsperren.
Bilbo Beutlin – unsichtbar dank des Einen Rings – rettete die Zwerge schließlich durch einen genialen Plan: Er schmuggelte sie in leeren Weinfässern aus den Kellern heraus, die in den Waldfluss und weiter in Richtung Seestadt gerollt wurden (Kapitel 9: „Fässer aus dem Keller“).
Nach dem Tod des Drachen Smaug und der anschließenden Schlacht der fünf Heere kämpfte Thranduil zunächst auf der Seite der Elben und Menschen gegen Thorin – es ging um den Anteil am Schatz Ereks. Am Ende vermittelte Bilbo, bot Thranduil den Arkenstein an und brachte Frieden. Bard von Thal schenkte Thranduil zum Dank die Smaragde Girions. Als Bilbo sich verabschiedete, nannte ihn Thranduil „Bilbo den Großartigen“ und hieß ihn einen Elbenfreund.
Kommt Thranduil im Herrn der Ringe vor?
Thranduil tritt im Herrn der Ringe nicht als handelnde Figur in der Haupthandlung auf. Er wird erwähnt und sein Reich spielt eine wichtige Rolle im Hintergrund:
März 3018 D.Z.: Aragorn bringt den gefangenen Gollum zu Thranduils Hallen, damit er dort bewacht werde. Thranduil ließ Gollum unter Aufsicht im Freien klettern – und bei einem Ork-Überfall entkam Gollum. Thranduil schickte daraufhin Legolas als Boten nach Bruchtal, was zum Rat von Elrond führte.
März 3019 D.Z.: Während Legolas mit der Gemeinschaft im Süden kämpft, führt Thranduil die „Schlacht unter den Bäumen“ – Saurons Streitmacht greift das Waldlandreich an. Thranduil hält stand. Nach dem Sturz Saurons trifft er sich mit Celeborn in der Mitte des Waldes und teilt das Land neu auf. Der nördliche Teil fällt fortan ganz an Thranduil und wird in Eryn Lasgalen (Sindarin: „Wald der Grünen Blätter“) umbenannt.
Wo ist Thranduil im Herrn der Ringe?
Thranduil befindet sich während der gesamten Haupthandlung des Herrn der Ringe in seinem Reich im Düsterwald. Er kämpft dort die „Schlacht unter den Bäumen“ gegen Saurons Nordheere – eine gleichzeitig zur Belagerung von Minas Tirith stattfindende Front des Ringkriegs, die im Buch im Anhang B beschrieben wird.
Thranduils Frau
Tolkien nennt Thranduils Frau in keinem seiner veröffentlichten Bücher namentlich. Ihr genaues Schicksal beschreibt Tolkien in den Haupttexten ebenfalls nicht ausführlich. Nur so viel ist bekannt: Sie lebte nicht mehr zur Zeit des Ringkriegs. Über Einzelheiten macht Tolkien keine gesicherten Aussagen – alles Weitere wäre Spekulation oder stammt aus nicht-kanonischen Quellen.
Starb Thranduil? – Sein Schicksal
Thranduil stirbt in Tolkiens Büchern nicht. Nach dem Ringkrieg herrscht er über das nun Eryn Lasgalen genannte Waldreich. Tolkien gibt in keinem seiner Bücher ein konkretes Enddatum für Thranduils Herrschaft an.
Da Thranduil ein unsterblicher Elb ist, könnte er theoretisch bis in die tiefste Zukunft existieren – oder schließlich wie die anderen Elben nach Valinor segeln. Tolkien lässt diese Frage offen.
Hat Thranduil einen Ring der Macht?
Nein – Thranduil besaß keinen der Ringe der Macht. Die drei Elbenringe (Vilya, Narya, Nenya) gehörten Elrond, Gandalf und Galadriel. Thranduil war keiner dieser Ringträger.
Buchquellen
| Werk | Relevanz |
|---|---|
| Der Hobbit (1937), insbes. Kap. 9 und 17 | Thranduils Hauptrolle; Gefangennahme der Zwerge |
| Der Herr der Ringe, Anhang B | Gollums Gefangenschaft; Schlacht unter den Bäumen |
| Nachrichten aus Mittelerde (1980), Anhang B | „Die Sindarin-Fürsten der Waldelben“ – Hintergrund zu Oropher und Thranduil |
| Das Silmarillion, „Von den Ringen der Macht“ | Das Letzte Bündnis; Thranduils Teilnahme |
Weiterführende
- Legolas Grünblatt – Thranduils Sohn und Gefährte
- Die verschiedenen Elbenvölker – Sindar, Noldor, Waldelben
- Galadriel – Herrin von Lothlórien
- Gandalf der Graue – Träger des Elbenrings Narya
- Gollum / Sméagol – Den Thranduil gefangen hielt
Häufige Fragen zu Thranduil
Wer ist Thranduil?
Thranduil ist der König des Waldlandreichs im nördlichen Düsterwald in Tolkiens Mittelerde. Er ist ein Sindar-Elb, Sohn von Oropher und Vater von Legolas Grünblatt. Im Hobbit tritt er als der Elbenkönig auf, der Thorin Eichenschild und die Zwerge gefangen hält.
Wer ist der Elbenkönig im Herrn der Ringe und im Hobbit?
Der Elbenkönig in Tolkiens Mittelerde ist Thranduil – König der Waldelben im Düsterwald. Im Hobbit spielt er eine zentrale Rolle als Gefängniswärter der Zwerge. Im Herrn der Ringe kämpft sein Reich in der „Schlacht unter den Bäumen“, während Thranduil selbst nicht in der Haupthandlung erscheint.
Was bedeutet der Name Thranduil?
Thranduil ist Sindarin und bedeutet sinngemäß „lebhafter Frühling“ – zusammengesetzt aus tharan (lebhaft, kräftig) und tuil (Frühling). Es ist ein poetischer Name, der die Natur seines Waldreiches widerspiegelt.
Wer ist Legolas‘ Vater?
Legolas‘ Vater ist Thranduil, der Elbenkönig des Waldlandreichs im Düsterwald. Thranduil ist ein Sindar-Elb und Sohn von Oropher, dem ersten König des Waldlandreichs.
Kommt Thranduil im Herrn der Ringe vor?
Thranduil tritt im Herrn der Ringe nicht als handelnde Figur in der Haupthandlung auf. Er wird im Anhang B erwähnt: Gollum wurde in seinem Reich bewacht (und entkam), und sein Reich kämpfte während des Ringkriegs in der „Schlacht unter den Bäumen“. Er schickte Legolas als Boten nach Bruchtal.
Wo ist Thranduil im Herrn der Ringe?
Thranduil befindet sich während des Ringkriegs in seinem Waldlandreich im Düsterwald, wo er die „Schlacht unter den Bäumen“ gegen Saurons Nordheere führt – eine gleichzeitig zur Belagerung von Minas Tirith stattfindende Front.
Hat Thranduil einen Ring der Macht?
Nein – Thranduil besaß keinen der drei Elbenringe. Die drei Ringe (Vilya, Narya, Nenya) gehörten Elrond, Gandalf und Galadriel. Thranduil war kein Ringträger.
Starb Thranduil?
Thranduil stirbt in Tolkiens Büchern nicht. Nach dem Ringkrieg herrscht er über das nun Eryn Lasgalen genannte Waldreich. Tolkien lässt sein späteres Schicksal offen.
Wer ist Thranduils Vater?
Thranduils Vater ist Oropher – der erste König des Waldlandreichs und ein Sindar-Elb, wahrscheinlich aus Doriath stammend. Oropher fiel in der Schlacht auf der Dagorlad (3.434 Z.Z.) beim Letzten Bund, weil er und Thranduil zu früh und ohne Absprache angriffen. Thranduil übernahm danach das Königreich.
Wer ist Thranduils Frau?
Tolkien nennt Thranduils Frau in keinem seiner veröffentlichten Bücher namentlich und beschreibt ihr Schicksal nicht ausführlich. Alles Weitere wäre Spekulation oder entstammt nicht-kanonischen Quellen.
Warum mochte Thranduil die Zwerge nicht?
Thranduils Abneigung gegen Zwerge hat historische Wurzeln: Es gab Kriege zwischen den Waldelben und Zwergen, und Thranduil misstraute ihnen grundsätzlich. Als Thorin und die Zwerge durch seinen Wald streiften und Gelage störten, ließ er sie verhaften. Sein Misstrauen wurde verstärkt dadurch, dass Thorin seinen Reisezweck verschwieg.
Was ist Eryn Lasgalen?
Eryn Lasgalen (Sindarin: „Wald der Grünen Blätter“) ist der neue Name des Düsterwalds nach dem Ringkrieg. Nach Saurons Sturz teilten Thranduil und Celeborn den Wald auf: Der nördliche Teil fiel ganz an Thranduil und wurde in Eryn Lasgalen umbenannt. Der Name ersetzt den düsteren Namen „Düsterwald“ (Taur-e-Ndaedelos) und verweist auf die Rückkehr von Licht und Leben.
Alle Informationen dieser Seite basieren ausschließlich auf J.R.R. Tolkiens Büchern – „Der Hobbit“ (1937), „Der Herr der Ringe“ (1954/55) mit Anhängen sowie „Nachrichten aus Mittelerde“ (Unfinished Tales, 1980). Sinngemäße Wiedergaben aus dem Englischen sind als solche gekennzeichnet. Filmadaptionen wurden nicht als Quellen herangezogen.