Sauron ist der Hauptantagonist in J.R.R. Tolkiens Der Herr der Ringe und die mächtigste böse Kraft in Mittelerde des Zweiten und Dritten Zeitalters. Er ist kein Elb, kein Mensch und kein Zauberer – er ist ein Maia, ein unsterbliches Geistwesen der gleichen Art wie Gandalf. In Valinor trug er den Namen Mairon – „der Bewundernswerte“. Erst durch den Verrat an seinem Schöpfer und den Dienst für den Dunklen Herrscher Morgoth wurde er zu Sauron, dem Schreckensherrscher von Mordor.
Was ist Sauron für ein Wesen? War Sauron ein Elb?
Sauron war kein Elb. Er war ein Maia – ein unsterbliches Geistwesen, das Eru Ilúvatar vor der Erschaffung der Welt erschuf. Die Maiar sind weniger mächtig als die Valar (die Götter Tolkiens Mythologie), aber stehen weit über allen sterblichen Wesen Mittelerdes. Als Maia teilte Sauron seine Natur mit Gandalf, Saruman und den Balrogs – alle vier sind Maiar, wenn auch sehr unterschiedlicher Art.
Das Silmarillion fasst Saurons Wesen in einem zentralen Satz zusammen:
„Denn nichts ist böse von Beginn an. Auch Sauron war es nicht.“ — Das Silmarillion, „Valaquenta: Von den Feinden“
Tolkien selbst betonte in einem Brief an Milton Waldman (Brief Nr. 131): Sauron repräsentiere in seinem Werk „die nächste Annäherung an einen völlig bösen Willen, die möglich ist. Er hatte den Weg aller Tyrannen genommen: Er begann gut, zumindest auf der Ebene, dass er anfangs das Wohl der anderen Bewohner der Erde noch berücksichtigte.“
Saurons Herkunft – Wer war Mairon?
Saurons ursprünglicher Name war Mairon (Quenya: „der Bewundernswerte“ oder „der Herrliche“). Er war ein Maia aus dem Gefolge von Aulë, dem Vala der Erde, des Handwerks und der Schmiedekunst. Mairon war Aulës begabtester Schüler – mächtiger als Olórin (Gandalf) und Curumo (Saruman), der ebenfalls Aulës Gefolge angehörte.
Mairons wahre Tugend war seine Liebe zur Ordnung und Perfektion. Er verabscheute alles Verschwendete, Ungenaue und Unvollständige. Diese Tugend war echter – doch sie wurde zur Falle. In Melkor (dem späteren Morgoth) sah Mairon die einzige Kraft, die Ordnung und Macht vereinte, die sein eigenes Verlangen zu erfüllen schien: alles nach seinem Willen zu gestalten.
Tolkien beschreibt diesen Übergang in Brief Nr. 131 präzise:
„Das erschreckende Böse kann und tut aus einer scheinbar guten Wurzel entstehen – dem Wunsch, die Welt und andere zu segnen, schnell und gemäß der eigenen Pläne des Wohltäters.“ — J.R.R. Tolkien, Brief Nr. 131 an Milton Waldman (ca. 1951)
Mairon verließ Valinor heimlich und trat offen in Morgoths Dienst, als dieser seine Festungen in Mittelerde errichtete. Damit gab er seinen ursprünglichen Namen auf: Er nannte sich fortan Sauron – ein Name, den die Sindar-Elben ihm gaben und der im Sindarin „der Abscheuliche“ bedeutet.
Warum wurde Sauron böse?
Saurons Korrumpierung war kein plötzlicher Verfall, sondern ein schrittweiser Prozess. Was ihn zu Morgoth trieb, war keine böse Absicht, sondern seine überwältigende Leidenschaft für Ordnung und Kontrolle – eine Tugend, die sich in ihrem Extrem in Tyrannei verwandelt.
Der entscheidende Schritt war, dass Mairon irgendwann aufhörte zu fragen, ob seine Ordnung gut sei, und nur noch daran interessiert war, dass sie durchgesetzt wurde. Wer die Mittel heiligt durch die Ziele, kann sich selbst nicht mehr korrigieren. Morgoth verstand Mairons Verlangen und bot ihm eine Vision von absoluter Ordnung an – auf Kosten der Freiheit aller anderen.
Tolkien erläuterte in Brief Nr. 131:
„Die feindliche Macht war im Ursprung ein Volk schöner und mächtiger Engel. Der erste Feind ist immer in erheblichem Maß mit schieren Beherrschungsgelüsten befasst, daher ist er der Herr der Magie und Maschinen.“ — J.R.R. Tolkien, Brief Nr. 131 (sinngemäß)
Einmal in Morgoths Dienst getreten, vermengte Sauron seine eigene Kraft zunehmend mit dem Bösen. Nach Morgoths Sturz war für ihn keine Rückkehr mehr möglich – er hatte sich zu sehr mit der Macht des Feindes vermischt.
Saurons Namen – alle Beinamen im Überblick
Sauron trug im Lauf der Zeitalter viele Namen, je nachdem, in welcher Gestalt oder mit welchem Ziel er auftrat:
| Name | Sprache / Quelle | Bedeutung / Anmerkung |
|---|---|---|
| Mairon | Quenya | „Der Bewundernswerte“ – ursprünglicher Name in Valinor |
| Tar-Mairon | Quenya | „König-Herrlich“ – verwendete er in Númenor |
| Sauron | Sindarin / Quenya | „Der Abscheuliche“ – vom Stamm thaurā = verabscheuungswürdig |
| Þauron (Thauron) | Ältere Aussprache | Frühere Schreibweise von Sauron |
| Gorthaur | Sindarin | „Der Grausame Schrecken“ – von den Elben des Ersten Zeitalters |
| Annatar | Quenya | „Herr der Geschenke“ – Tarnung gegenüber den Elben |
| Artano | Quenya | „Hoher Schmied“ – weiterer Name als Annatar |
| Aulendil | Quenya | „Freund Aulës“ – Tarnung gegenüber den Elben |
| Zigûr | Adûnaic | „Zauberer“ – Name bei den Númenóreern |
| Thû | Frühe Version | Name in frühen Tolkien-Texten (Lay of Leithian) |
| Der Dunkle Herr | Westron | Allgemeiner Titel im Zweiten und Dritten Zeitalter |
| Der Schreckensherrscher | Westron | Ehrentitel des Bösen |
| Der Nekromant | Westron | Während seiner verborgengen Zeit in Dol Guldur |
| Das Große Auge | Westron | Im Dritten Zeitalter, nach Verlust seiner körperlichen Form |
| Der Namenlose | Westron | Wurde auch bewusst so genannt, um ihn nicht direkt anzusprechen |
Bilder von Sauron

Wie sah Sauron aus? Saurons Aussehen
Das ist eine der häufigsten Fragen – und die Antwort aus den Büchern ist komplexer als oft angenommen:
Erste Zeitalter
Im Ersten Zeitalter war Sauron formwandlerisch. Er konnte verschiedene Gestalten annehmen: die eines Werwolfs, einer riesigen Schlange, eines Vampirs. Als er von Lúthien Tinúviel besiegt wurde, verlor er seine Fähigkeit, diese mächtigen Tiergestalten anzunehmen.
Zweites Zeitalter – die schöne Gestalt
Im frühen Zweiten Zeitalter nahm Sauron eine schöne, edle, menschliche Gestalt an – als Annatar, „Herr der Geschenke“. In dieser Erscheinung wirkte er weise und freundlich und täuschte damit die Elben-Schmiede von Eregion. Tolkien beschreibt in Brief Nr. 131, dass Sauron in dieser Gestalt so überzeugend war, dass selbst kluge Elben – außer Galadriel, Elrond, Gil-galad und Círdan – ihm vertrauten.
Doch nach dem Fall Númenors verlor Sauron diese Fähigkeit endgültig:
„Er konnte sich nie wieder einer schönen Gestalt annehmen, um die Herzen der Männer zu verführen.“ — Das Silmarillion, „Akallabêth“ (sinngemäß)
Zweites Zeitalter – die dunkle Herrscher-Gestalt
Vor dem Letzten Bündnis von Elben und Menschen erschien Sauron als übergroßer, schwarzgepanzerter Krieger – furchteinflößend und mächtig. Diese Gestalt verlor er, als Isildur ihm mit dem abgebrochenen Schwert seines Vaters Elendil den Finger mit dem Einen Ring abschnitt.
Drittes Zeitalter – das Große Auge
Nach diesem zweiten Verlust seiner körperlichen Form konnte Sauron keine befriedigende körperliche Gestalt mehr annehmen. Im Dritten Zeitalter zeigte er sich nur noch als Großes flammendes Auge – das alles sehende, alles suchende Auge, das sich aus Barad-dûr über Mordor erhob. Tolkien beschreibt es im Herrn der Ringe durch den Spiegel Galadriels und durch die Erfahrungen der Palantirhänder:
„Das Auge war es, nicht genau wie das Auge eines Lebewesens, ein solches Organ wie das eines Tieres oder Menschen. Es war wie eine Flamme, gelb wie ein Katzenauge, aber tödlich unbewegt; und der Augapfel war schwarz, schwarz wie eine verschlossene Tür.“ — Der Herr der Ringe, Buch VI (sinngemäß nach der deutschen Ausgabe)
Sauron im Ersten Zeitalter – Morgoths Leutnant
Nachdem Mairon offen in Morgoths Dienst getreten war, wurde er dessen fähigster und loyalster Offizier. Er übernahm die Festung Tol Sirion – eine einst elbische Wachstation –, machte sie zu Tol-in-Gaurhoth (Insel der Werwölfe) und verwandelte sie in ein Foltergefängnis.
Hier fand eine der dramatischsten Begegnungen des Ersten Zeitalters statt: Finrod Felagund, der Elbenkönig, kämpfte auf Tol-in-Gaurhoth gegen Sauron in einem Gesangswettstreit – jeder versuchte den anderen durch die Macht seines Liedes zu überwältigen. Sauron gewann. Finrod starb in Saurons Kerker.
Doch Sauron wurde von Lúthien Tinúviel besiegt – sie zwang ihn, die Gestalt eines Werwolfs abzuwerfen und entließ ihn aus seiner Festung. Zum ersten Mal hatte Sauron eine Niederlage erlitten.
Nach dem Krieg der Wut am Ende des Ersten Zeitalters – in dem Morgoth endgültig besiegt und in die Leere geworfen wurde – erschien Sauron vor dem Elbenfürsten Eönwë und erklärte sich bereit zu bereuen. Er weigerte sich jedoch, zur tatsächlichen Verurteilung nach Valinor zurückzukehren, und floh stattdessen nach Mittelerde. Damit verschloss er sich selbst die letzte Tür zur Erlösung.
Sauron im Zweiten Zeitalter – Annatar und der Eine Ring
Die Täuschung als Annatar (ca. 1.500 D.Z.)
Im frühen Zweiten Zeitalter verbarg sich Sauron zunächst. Um 500 D.Z. begann er wieder Macht zu sammeln und besiedelte Mordor, wo er den Bau von Barad-dûr begann. Doch statt offener Gewalt wählte er zunächst Täuschung.
Er nannte sich Annatar, „Herr der Geschenke“, gab sich als Freund und Lehrmeister aus und wandte sich an die Elben-Schmiede von Eregion unter Führung von Celebrimbor, dem größten Schmied der Elben. Galadriel, Elrond und Gil-galad durchschauten Annatar sofort und vertrauten ihm nicht. Doch Celebrimbor und die Schmiede Eregrions folgten seinen Ratschlägen – und erschufen die Neunzehn Ringe der Macht.
„Viele unter den Elben lauschten Sauron. Er war damals noch von schöner Gestalt, und seine Absichten und die der Elben schienen sich teilweise zu decken: die Heilung der verwüsteten Länder. Sauron fand ihren schwachen Punkt, indem er vorschlug, dass sie zusammen, wenn sie einander hälfen, das westliche Mittelerde so schön machen könnten wie Valinor.“ — J.R.R. Tolkien, Brief Nr. 131 (sinngemäß)
Die Erschaffung des Einen Rings (1.600 D.Z.)
Während die Elben die Neunzehn Ringe fertigstellten, schmiedete Sauron heimlich in den Feuern des Schicksalsbergs (Orodruin) den Einen Ring – ein Werkzeug, das alle anderen Ringe der Macht beherrschen sollte. Er goss einen entscheidenden Teil seiner eigenen Lebenskraft und seines Willens in den Ring. Als er ihn aufzog, erkannten die Elben sofort, wer er war und was er vorhatte – und zogen ihre eigenen Ringe ab.
Sauron reagierte mit offenem Krieg. Er überfiel Eregion, tötete Celebrimbor und erbeutete die Siebzehn Ringe der Zwerge und Menschen. Nur die Drei Elbenringe – Vilya, Narya und Nenya – blieben außerhalb seiner Macht, da sie ohne seine Beteiligung erschaffen worden waren.
Der Untergang Númenors (3.319 D.Z.)
Sauron wurde von den Númenóreern unter Ar-Pharazôn dem Goldenen als Gefangener nach Númenor gebracht – doch innerhalb weniger Jahre hatte er die Numenóreern von innen her korrumpiert. Er überredete den König, die Unsterblichen Länder anzugreifen – das war der Frevel, der Númenors Untergang besiegelte. Eru Ilúvatar selbst griff ein und ließ die Insel im Meer versinken.
Sauron überlebte als körperloser Geist – doch er verlor in Númenor seine Fähigkeit, je wieder eine schöne Gestalt anzunehmen.
Der Letzte Bund und Isildurs Tat (3.441 D.Z.)
Als Sauron erneut offen Krieg führte, schlossen Elendil (König Arnors und Gondors) und Gil-galad (Hoher König der Noldor) das Letzte Bündnis von Elben und Menschen. Die siebenjährige Belagerung von Barad-dûr endete damit, dass Sauron selbst in die Ebene heraustrat und kämpfte. Er erschlug Gil-galad und Elendil mit bloßer Hand – doch dann schnitt Elendils Sohn Isildur mit dem abgebrochenen Schwert seines Vaters den Finger mit dem Einen Ring ab.
Sauron verlor seine körperliche Form und zerstreute sich. Hätte Isildur den Ring sofort vernichtet, wäre Sauron nie zurückgekehrt. Doch Isildur behielt ihn – und besiegelte damit das Schicksal des Dritten Zeitalters.
Sauron im Dritten Zeitalter – der Nekromant und der Ringkrieg
Nach einer Ruhezeit von fast tausend Jahren begann Sauron um 1.000 D.Z. wieder Macht zu sammeln. In der Festung Dol Guldur im Düsterwald verbarg er sich als der Nekromant – ein unbekanntes, finsteres Wesen. Gandalf drang zweimal in Dol Guldur ein und erkannte schließlich Saurons wahre Natur. Der Weiße Rat vertrieb ihn 2.941 D.Z. aus Dol Guldur – doch Sauron hatte seine Rückkehr bereits geplant und zog nach Mordor.
Im Jahr 2.942 D.Z. trat er offen wieder in Erscheinung und begann von Barad-dûr aus den Ringkrieg zu führen. Sein einziges Ziel: den Einen Ring zurückzufinden, der 60 Jahre in Bilbos Besitz gewesen war und nun in Frodos Händen lag.
Saurons Tod – Was passiert am Schicksalsberg?
Am 25. März 3.019 D.Z. erreichten Frodo und Sam den Schicksalsberg in Mordor. Frodo versagte am letzten Moment und beanspruchte den Ring für sich – doch Gollum biss ihm den Finger ab und stürzte mit dem Ring in die Lava. Der Eine Ring wurde vernichtet.
Mit der Vernichtung des Rings brach Saurons gesamte Macht zusammen:
„Der Schatten Saurons wurde zusammengefegt, und sein Geist zerstäubte in den Wind wie ein Rauch, der sich auflöst. Er wurde verworfen, und sein Name ist seitdem in der Welt eine bloße Erinnerung.“ — Der Herr der Ringe, Buch VI, Kapitel 3 (sinngemäß)
Sauron hatte so viel von seiner eigenen Lebenskraft in den Einen Ring gegossen, dass er ohne ihn nicht mehr existieren konnte. Anders als nach seinen früheren Niederlagen – bei denen sein Geist wanderlos umhergestreift war und schließlich wieder eine Form angenommen hatte – war diesmal nichts mehr übrig. Der „Vierte Zeitalter“ begann: Das Zeitalter der Menschen, ohne Dunklen Herrscher.
Tolkiens Sauron – die theologische Dimension
Tolkien beschrieb Sauron in seinen Briefen als das theologisch komplexeste Böse seines Werkes. Im Gegensatz zu Morgoth, der das Böse um seiner selbst willen wollte, begann Sauron als jemand mit echter guter Absicht – und ließ sich von falschen Mitteln korrumpieren.
In einem seiner Briefe schrieb Tolkien:
„Sauron war kein absolutes Böses. Er wünschte sich Ordnung und Herrschaft für ein, wie er es sah, gutes Ergebnis. Erst als seine Macht und sein Stolz ihn verzehrten, wurde er zum Bösewicht, der keine andere Tugend mehr kannte als seinen eigenen Willen.“ — J.R.R. Tolkien, Briefe (sinngemäß)
Das macht Sauron zu einer der tragischsten Figuren Tolkiens: Er war einst gut – und hätte es bleiben können.
Buchquellen
| Werk | Relevanz |
|---|---|
| Das Silmarillion (1977), „Valaquenta“ | Saurons Ursprung als Mairon |
| Das Silmarillion, „Akallabêth“ | Sauron in Númenor; Verlust der schönen Gestalt |
| Das Silmarillion, „Von den Ringen der Macht“ | Annatar; der Eine Ring; das Letzte Bündnis |
| Nachrichten aus Mittelerde (1980) | Ergänzende Details zu Saurons Geschichte |
| Der Herr der Ringe, Buch I, Kap. 2 | Gandalfs Bericht über Saurons Geschichte |
| Der Herr der Ringe, Buch VI, Kap. 3 | Saurons Ende am Schicksalsberg |
| Tolkiens Briefe (1981), Nr. 131, 183 | Tolkiens eigene Charakterisierung Saurons |
Weiterführende Seiten
- Die Ringe der Macht – Entstehung und Geschichte – Der Eine Ring und die anderen Ringe
- Gandalf der Graue – Saurons Gegenspieler – Ebenfalls ein Maia
- Saruman der Weiße – Der korrumpierte Zauberer – Saurons zeitweiliger Konkurrent
- Valar und Maiar – die Ainur – Saurons ursprüngliche Natur
- Die Nazgûl – Saurons Ringgeister – Die neun menschlichen Ringträger
Häufige Fragen zu Sauron
Wer ist Sauron?
Sauron ist der Hauptantagonist in J.R.R. Tolkiens Der Herr der Ringe. Er ist der Erschaffer des Einen Rings und herrschte als Dunkler Herr über Mordor. Er war kein Mensch und kein Elb, sondern ein gefallener Maia – ein unsterbliches Geistwesen der gleichen Art wie Gandalf.
Was ist Sauron für ein Wesen?
Sauron ist ein Maia – ein unsterbliches Geistwesen aus dem Gefolge der Valar, das Eru Ilúvatar vor der Erschaffung der Welt erschuf. In seiner ursprünglichen Form war er ein mächtiger Diener des Vala Aulë, des Gottes der Schmiedekunst. Er gehört zur gleichen Art wie Gandalf und Saruman.
War Sauron ein Elb?
Nein. Sauron war kein Elb. Er war ein Maia – ein göttliches Geistwesen weit älter als die Elben selbst. Er konnte zwar elbenähnliche Gestalt annehmen, was ihn zur Täuschung eignete, war aber wesensgemäß ein anderes Wesen.
Woher kommt Sauron?
Sauron stammt aus Valinor, dem Land der Valar jenseits des Meeres. Dort diente er als Mairon dem Vala Aulë, dem Herrn der Handwerkskunst. Er verließ Valinor, als er sich Melkor (Morgoth) anschloss und dessen offener Diener in Mittelerde wurde.
Wie ist Sauron entstanden?
Sauron – damals noch Mairon – wurde von Eru Ilúvatar vor der Erschaffung der Welt erschaffen, gemeinsam mit allen anderen Maiar und Valar. Er war von Natur aus gut und ein meisterhafter Handwerker. Erst seine Faszination für Macht und Ordnung um jeden Preis ließ ihn zu Morgoth übertreten.
Warum wurde Sauron böse?
Saurons Korrumpierung war kein plötzlicher Verfall. Er liebte leidenschaftlich Ordnung und Kontrolle – eine echte Tugend, die im Extrem zur Tyrannei wird. In Morgoth sah er die Kraft, mit der er seine Vision einer geordneten Welt verwirklichen konnte. Tolkien beschrieb diesen Typ des Bösen als das erschreckendste: Es entsteht aus einer eigentlich guten Wurzel.
Was bedeutet der Name Sauron?
Der Name Sauron bedeutet im Sindarin und Quenya „der Abscheuliche“ oder „der Schreckliche“, abgeleitet vom Stamm thaurā = verabscheuungswürdig. Sein ursprünglicher Name war Mairon (Quenya: „der Bewundernswerte“). Unter den Elben im Ersten Zeitalter war er auch als Gorthaur bekannt.
Was bedeutet Annatar – Herr der Geschenke?
Annatar ist ein Quenya-Name, den Sauron sich im Zweiten Zeitalter selbst gab, als er die Gestalt eines freundlichen Weisen annahm: anna = Geschenk, tar = Herr. Er täuschte damit die Elben-Schmiede von Eregion und half ihnen bei der Erschaffung der Ringe der Macht – während er heimlich den Einen Ring schmiedete.
Wie sah Sauron aus?
Im Ersten Zeitalter konnte Sauron verschiedene Tiergestalten annehmen. Im Zweiten Zeitalter erschien er als schöner, menschenähnlicher Weiser (als Annatar) und später als gewaltiger schwarzgepanzerter Krieger. Nach dem Untergang Númenors verlor er die Fähigkeit, schöne Gestalt anzunehmen. Im Dritten Zeitalter zeigte er sich nur noch als das Große Flammen-Auge über Barad-dûr.
Ist Sauron ein Mensch?
Nein. Sauron war kein Mensch, auch wenn er menschenähnliche Gestalten annehmen konnte. Er ist ein Maia – ein unsterbliches Geistwesen göttlichen Ursprungs. Menschen sind sterbliche Geschöpfe des Dritten Zeitalters; Sauron existierte bereits vor der Erschaffung der Welt.
Was passiert mit Sauron am Ende?
Als Frodo und Gollum den Einen Ring am 25. März 3.019 D.Z. im Schicksalsberg vernichteten, wurde Saurons gesamte in den Ring gegossene Kraft mit zerstört. Sein Geist zerstäubte und fand keine Form mehr. Anders als nach früheren Niederlagen konnte er nie wieder zurückkehren – der vierte Teil seiner Geschichte war beendet.
Wer war Sauron früher?
Bevor er Sauron wurde, hieß er Mairon und war ein treuer, bewunderter Diener des Vala Aulë in Valinor. Er war gut, kreativ und mächtig – einer der größten Handwerker unter den Maiar. Erst sein Streben nach absoluter Ordnung und Kontrolle führte ihn zu Morgoth und schließlich zur Verdammnis.
Hatte Sauron ein Gesicht?
In den Büchern Tolkiens wird Saurons Aussehen im Dritten Zeitalter nicht detailliert beschrieben. Er erscheint dort hauptsächlich als das Große Flammende Auge – kein Körper, kein Gesicht. Im Zweiten Zeitalter, als er noch körperliche Gestalt hatte, konnte er sowohl als schöner Weiser als auch als gewaltiger Krieger erscheinen. Tolkien selbst hat kein detailliertes Porträt Saurons geliefert.
Alle Informationen dieser Seite basieren ausschließlich auf J.R.R. Tolkiens Büchern – „Der Herr der Ringe“, „Das Silmarillion“, „Nachrichten aus Mittelerde“ sowie den veröffentlichten Briefen. Sinngemäße Wiedergaben aus dem Englischen sind als solche gekennzeichnet. Filmadaptionen wurden nicht als Quellen herangezogen.
