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Ein Stück literarische Geschichte

Ende Oktober 2015 wurde eine Mittelerde-Karte von J.R.R. Tolkien aus Der Herr der Ringe mit handschriftlichen Anmerkungen des Autors entdeckt. Man fand die Karte in einer Kopie des Herr der Ringe-Buchs der Illustratorin Pauline Baynes. In ihrer eigenen Arbeit verweist Baynes auf eine Karte für die 1970er Version des Buches, auf der Tolkien die Namen diverser Örtlichkeiten korrigierte. Zusätzlich gibt er Anregungen zur Tier- und Pflanzenwelt auf der Karte. Das Dokument erlaubt einen einmaligen Einblick in die Entstehung von Mittelerde.

Baynes illustrierte für Tolkien und C.S. Lewis mehrere Werke; sie verstarb 2008. Das Buch und somit die Karte wurden nun in ihrem Nachlass entdeckt. Da ihre Ausgabe eine der ersten war, landete sie kürzlich bei Blackwell’s Rare Books in Oxford, eine Buchhandlung die sich auf ganz seltene Bücher spezialisiert. Dort sah man sich das Buch genauer an – und entdeckte eine Karte von Mittelerde. Sie lag lose in dem Buch. Es stellte sich heraus, dass es die Originalkarte war, auf der Baynes und Tolkien damals handschriftliche Notizen und Anmerkungen machten. Denn Baynes fertigte 1970 für den Verlag Allen & Unwin eine Ausgabe mit farbigen Illustrationen der Saga an.

Der Herr der Ringe – Mittelerde-Landkarte mit Anmerkungen von J.R.R. Tolkien | Bildquelle: The Guardian | © J.R.R. Tolkien
Der Herr der Ringe – Mittelerde-Landkarte mit Anmerkungen von J.R.R. Tolkien | Bildquelle: The Guardian | © J.R.R. Tolkien

Tolkien war detailbesessen

Mit Liebe zum Detail zeichnete Baynes Bergzüge und Landschaften. Tolkien korrigierte auf der Karte Ortsnamen oder nennt zusätzliche Namen und er gibt Baynes eine Vielzahl an Anregungen zur Tier- und Pflanzenwelt.

Beispielsweise erwähnt Tolkien, dass sich Hobbingen „ungefähr auf dem Breitengrad wie Oxford“ befindet, wo er selbst Professor war. Tolkien stellt ebenfalls den Bezug seiner fiktiven Städte zu real existierenden her: So soll die italienische Stadt Ravenna als Inspiration für Minas Tirith gedient haben. Außerdem dienten Belgrad, Zypern und Jerusalem als Inspirationsquelle für Städte aus der Herr der Ringe.

Die Karte zeigt wie detailbesessen er war. Jeder der sich einmischte, tat es auf eigene Gefahr. Es war schwierig mit zu arbeiten, aber sehr lohnend am Ende.

sagte Sian Wainwright von Blackwell’s über den Autor der britischen Zeitung „Guardian“.

Fans von Mittelerde haben nun die Möglichkeit, sich diese besonderen Notizen genauer anzuschauen. Blackwell’s stellt die einzigartige Karte momentan in Oxford aus. Sie soll aber demnächst für 60.000 Pfund (ca. 84.000 Euro) den Besitzer wechseln.

Es ist ein wichtiges Dokument, und vielleicht das schönste Stück der Tolkien-Eintagsfliegen, das in den letzten 20 Jahren aufgetaucht ist.

ließ Blackwell’s verlauten.

Text- und Bildquelle: The Guardian